Peter von Wienhardt zur 3. Auflage des Crossover-Festivals
„Aaseerenaden haben sich etabliert“ - Planungen für 2013 laufen schon

Münster -

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Doch geht es nach den Initiatoren und Mitwirkenden, dann werden die Aaseerenaden auch nach der dritten Auflage vom 6. bis 8. Juli 2012 weiterhin zum festen Bestandteil des musikalischen Kulturjahres in Münster gehören. Unser Redaktionsmitglied Johannes Loy befragte im Vorfeld der dritten Auflage des ambitionierten Crossover-Festivals den künstlerischen Leiter, Prof. Peter von Wienhardt.

Freitag, 22.06.2012, 16:06 Uhr

Peter von Wienhardt zur 3. Auflage des Crossover-Festivals  : „Aaseerenaden haben sich etabliert“ - Planungen für 2013 laufen schon
Die beiden Stützen der Aaseerenaden: der künstlerische Leiter Peter von Wienhardt (l.) und Fabrizio Ventura, Chef des Sinfonieorchesters Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Seit 2010 feiert Münster zu Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit ein spektakuläres sommerliches Konzertwochenende am Aasee . Erinnern Sie sich noch an die ersten Überlegungen für dieses Projekt?

Peter von Wienhardt : Sehr lebhaft sogar, da das ganze Projekt ziemlich überraschend und kurzfristig auf die Beine gestellt wurde. Ich hatte Erfahrungen von anderen Festivals mitgebracht und sollte diese hier einbringen. Das größte Problem solch einer Unternehmung, die Finanzierung, war aber von Anfang an geklärt, und so war die Vorbereitung in dieser Hinsicht sehr entspannt. Die Musikauswahl war jedoch sehr schwierig, da die Ausrichtung des Festivals möglichst viele Münsteraner und darüber hinaus erreichen sollte.

Welche Idee lag all dem zugrunde?

Wienhardt: Wenn man Menschen in Deutschland nach Ikonen der Stadt Münster fragt, dann bekommt man als Antwort: „Tatort“ und die Auszeichnung „lebenswerte Stadt“ vielleicht noch „Universität“. Den Bürgern fällt kein städtebauliches Merkmal zu Münster ein, nicht mal der Dom ist überregional besonders bekannt. Dabei gibt es mitten in der Stadt einen großen See. Die Grundidee ist, dieses besondere Merkmal zu popularisieren und über die Grenzen des westfälischen Raumes als Erlebnisraum zu propagieren. Ein internationales Musikfestival ist dazu immer ein hervorragendes Mittel.

Welche konkreten Erinnerungen verbinden Sie mit den ersten beiden Ausgaben der Aaseerenaden, sowohl hinsichtlich des Programms wie auch hinsichtlich des Publikumszuspruchs und der äußeren Bedingungen?

Wienhardt: Wir haben die kuriose Erfahrung gemacht, das die Münsteraner zwar nichts gegen Regen haben, sehr wohl aber gegen starke Sonnenstrahlen. Im ersten Jahr waren es phasenweise 37 Grad, kaum einer saß auf den Freitreppen. Im zweiten Jahr ist eine Konzerthälfte ziemlich „abgesoffen“, allerdings schien dies dem Publikum recht wenig auszumachen. Man packte die Schirme und Regencapes aus und lauschte trotzdem entspannt der Musik. Auch unsere Orchester verhielten sich wunderbar. Sie spielten tapfer und mit Verve. Den äußeren Bedingungen sehe ich deshalb entspannt entgegen.

Können Sie uns schon einige Highlights des diesjährigen Programms nennen? Gibt es etwas ganz Neues, Spektakuläres?

Wienhardt: Das Programm dieses Jahr ist musikalisch intensiver geworden. Die Hauptprotagonisten sind, wie auch schon letztes Jahr nach dem überwältigenden Erfolg, die beiden Sinfonieorchester Münster und Orkest van het Oosten aus Enschede. Auf dem Programm stehen fast schon titanische Werke: Dvoráks 9. Sinfonie aus der neuen Welt, Gustav Holsts „Planeten“, Gershwins Klavierkonzert in F und Beethovens Tripelkonzert. Alles Werke großformatigen Zuschnitts. Stimmungsvoll eingeleitet werden die Abende mit Darbietungen des Salonorchesters Münster und des Salonorchesters der Musikhochschule, um den Promenadencharakter zu unterstreichen. Nach dem großen Zuspruch des letzten Jahres klingen beiden sinfonischen Abende mit einem Feuerwerk aus. Neu ist diesmal der Familiennachmittag am Sonntag ab 13 Uhr, der vollständig von der Westfälischen Schule für Musik und ihren Freunden gestaltet wird. Sie ist auch der Adressat unserer Spendenaktion.

Haben die Aaseerenaden die Musikszene in Münster und Umgebung neu zusammengeschweißt? Ich denke da besonders an die Beziehungen der Sinfonieorchester in Münster und Enschede. Und: Wird Musik in Münster neu wahrgenommen?

Wienhardt: Das denke ich schon. Es gab ja schon vor geraumer Zeit Zusammenarbeit zwischen beiden Städten auf vielfältigen Ebenen, dies gilt es nun weiter zu pflegen. Musik, speziell die in Münster selbst ansässige Musik, wird komplett neu wahrgenommen. Lassen Sie mich dazu nur den Satz einer Besucherin zitieren, die angab, immer nach Dortmund und Essen zu fahren, um Konzerte zu hören. Sie sagte diesen Satz nach einem Konzertabend des Hochschulorchesters Münster und des Sinfonieorchesters Münster bei den Aaseerenaden: „Ich wusste gar nicht, dass wir solche guten Musiker in unserer Stadt haben!“ Diesem möchte ich nichts hinzufügen – außer, dass ich mir für unser wunderbares Sinfonieorchester eine dauerhaft schöne Akustik wünschen würde, eine, die wir auf dem Aasee für sie künstlich zaubern.

Werden sich die Aaseerenaden dauerhaft in Münster etablieren?

Wienhardt: Die Aaseerenaden sind schon etabliert, und der Plan sieht vor, sie weiterzuführen. Sollte es Überlegungen geben, den zeitlichen Umfang wachsen zu lassen, so muss man über alle Konditionen neu nachdenken. Die Programmatik für die nächsten Jahre ist schon klar umrissen, und die Hauptakteure für nächstes Jahr sind schon angefragt.

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