Mit Pizza gegen den Hindenburgplatz
Das Künstlerduo „JaePas“ nutzt Sozialpalast-Projekt für eine politische Intervention

Münster -

Seinen ganz eigenen Stempel drückte am Samstagabend das Künstlerduo JaePas im Rahmen des Kunstprojektes „Sozialpalast 2012“ der lebhaften Diskussion um das Bürgerbegehren zum Schlossplatz auf. Und zwar im doppelten Sinne. Die Künstler bedruckten 1000 Pizzakartons von Peppinos-Pizza-Lieferservice an der Gartenstraße 51. Diese werden in den kommenden vier Wochen, gefüllt mit frischer Pizza, in ganz Münster ausgeliefert. Von außen ganz unscheinbar, entfalten die Kartons erst beim Öffnen politische Dimensionen. Auf dem Innendeckel steht der verballhornende Schriftzug „La deutsche Vita“.

Sonntag, 29.07.2012, 17:07 Uhr

Mit Pizza gegen den Hindenburgplatz : Das Künstlerduo „JaePas“ nutzt Sozialpalast-Projekt für eine politische Intervention
Giuseppe Tedesco mit den Pizzakartons. Foto: pesa

Sobald man die Pizza anknabbert, erscheint im „Dalli-Klick“-Stil nach und nach ein siebgedrucktes Foto auf der Unterseite der Verpackung. Es zeigt den 21. März 1933, den Tag von Potsdam. In der Garnisonskirche besuchen Reichspräsident Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler gemeinsam einen Gottesdienst zur Eröffnung des gewählten Reichstages. Jörg Rostek (JeaPas) und Erik Biembacher (Sozialpalast) haben ein klares Ziel: Eine Rückbenennung in Hindenburgplatz könne, ja dürfe nicht sein. Mit ihrer „Pizza-Karton-Aktion wollen sie Münster aufrütteln, dass der frisch benannte Schlossplatz weiterhin Schlossplatz heißt. „Wir wollen so eine internationale Blamage ersten Ranges verhindern und auch jene Münsteraner ansprechen, die bislang schwiegen, etwa Studenten.“ Die ersten Kunden begrüßten die Aktion. „Ein Super-Überraschungseffekt, eine klare Botschaft“, sagten Lehrerin Anne Winzen und Kameramann Kay Domhardt. Peter Holstein biss freudig in seine Margherita: „Eine wichtige Aktion, um klar zu machen: Münster ist gegen Hindenburg. Ich bestelle mir gleich noch eine Pizza, um ein Zeichen zu setzen.“

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