Erinnerung grünt so grün
Finlays Epitaph für die Droste

Münster -

Sie gleichen sich oberflächlich immer mehr. Die Gedenkobjekte für Ludwig Roth von Schreckenstein und Annette-von Droste-Hülshoff auf dem alten Überwasser-Friedhof an der Wilhelmstraße. Das Metall des Generals hat schon lange „Grünspan“ angesetzt, doch mittlerweile zeigt auch das Epitaph der Dichterin flächendeckend Grünbelag.

Mittwoch, 15.08.2012, 11:08 Uhr

Erinnerung grünt so grün : Finlays Epitaph für die Droste
Grünbelag hat den Gedenkstein mit einer natürlichen Patina überzogen. Foto: kok

Das Aufeinandertreffen von Muse und Militär hat Ian Hamilton Finlay (1925-2006) für die Skulptur-Projekte 1987 arrangiert. Und lässt zwei Zeitgenossen zu Worte kommen. Für den Freiherrn (1789-1858) sind auf seinem Grab die Worte in Bronze gegossen: „Terrere nolo. Timere Nescio.“ („Ich will niemanden schrecken und kenne keine Angst.“). Für die Freifrau (1797-1848) stehen ihre eigenen Worte in Stein gehauen: ,,Meine Lieder werden leben, wenn ich längst entschwand.“ Apropos entschwand: Während der Ausstellung 1987 stahl jemand das Werk vom Überwasser-Friedhof. Fünf Jahre blieb es verschollen. 1992 tauchte es in einem Garten an der Hittorfstraße wieder auf. Eine Leserin der Westfälischen Nachrichten meldete sich aufgrund eines Artikels. Sie habe gedacht, es sei ein „umgestürzter Grabstein“ als sie ihn 1987 in ihrem Garten entdeckt hatte. Die Frau gab an, sie habe zu jener Zeit eine „starke Beziehung zu Übersinnlichem gehabt und beließ den Gedenkstein daher exakt dort, wo ihn scheinbar „höhere Mächte” platziert hatten. Vom Moose befreit wurde das Dichterinnen-Wort zum fünften Sonntag der Fastenzeit wieder angebracht,  | Wird fortgesetzt

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