Stufen bis zur Orgel sind ein Klacks
Alexander Toepper wird Nachfolger von Christian Bettels in St. Lamberti

Münster -

Vor einer Woche saß er noch auf den harten Sperrholzsitzen des Bayreuther Festspielhauses und durfte „Parsifal“, „Tannhäuser“ und „Lohengrin“ erleben, jetzt nimmt er wieder Platz auf der Orgelbank von St. Lamberti: Alexander ­Toepper. Er ist der „Neue“ in Münsters Stadt- und Marktkirche als Nachfolger von Christian Bettels und seit Anfang August zuständig für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten und der Betreuung der beiden Chöre an St. Lamberti.

Donnerstag, 16.08.2012, 18:08 Uhr

Stufen bis zur Orgel sind ein Klacks : Alexander Toepper wird Nachfolger von Christian Bettels in St. Lamberti
Der Nachfolger von Christian Bettels an Münsters Stadt- und Marktkirche ist der gebürtige Coesfelder Alexander Toepper. Foto: Oliver Werner

Eine 70-Prozent-Stelle, also schon eine ganze Menge Arbeit für jemanden, der im „Hauptberuf“ eigentlich noch Kirchenmusik-Student ist. Doch da hat Toepper das Meiste an Pensum bereits hinter sich. Nach Detmold in die Musikhochschule fährt er deshalb „nur noch“ zweimal die Woche, vor allem zum Unterricht bei seinem Orgelprofessor Tomasz Adam Nowak . Im nächsten Jahr ist der Bachelor-Abschluss erreicht. Und schon jetzt eine so tolle Stelle an einer gediegenen Orgel und auf einem künstlerisch insgesamt sehr hohen Niveau? Toepper (Jahrgang 1989) macht einen sehr glücklichen Eindruck und freut sich auf seine Aufgaben. Die Orgel war es ja auch, die ihn ziemlich früh fasziniert hat. Als Jungstudent begann er 2008 am Hochbegabtenzentrum der Detmolder Hochschule. Nicht minder liegt ihm die Vokalmusik am Herzen – „und hier vor allem die Musik der Renaissance“, sagt ­Toepper, der sich genauso intensiv mit Neuer Musik beschäftigt und beim Jugend-musiziert-Wettbewerb in dieser Kategorie einen Preis mitnehmen durfte. Vielseitig ist der junge Lamberti-Kantor. Und längst nicht nur fixiert auf Musik. „Ich kann mir gut vorstellen, nach Abschluss meines Musik-Bachelors hier in Münster weiter zu studieren – Geophysik!“ Weil ihn die Naturwissenschaften schon immer sehr interessiert haben. Und um ein zweites Standbein neben der Musik zu bekommen. Aber erst einmal ist Alexander Toepper voller Energie und entwickelt Ideen für anspruchsvolle liturgische Musik. Schließlich singt der Kammerchor regelmäßig alle vier Wochen und lässt mit einem abwechslungsreichen Repertoire aufhorchen. Wobei für Toepper immer das enge Miteinander von Wort und Musik im Mittelpunkt steht. Deshalb auch sein noch recht junges Interesse für das Musiktheater: „Weil auf der Bühne alles miteinander in Verbindung steht“. Dass es letzte Woche gleich ein Ausflug auf den Grünen Hügel sein durfte, verdankt er einem Stipendium des Wagner-Verbandes – Blicke hinter die Bühne inklusive. Musiker ist Alexander ­Toepper mit Leib und Seele, gar keine Frage. Aber es darf auch mal etwas anderes sein. Fernwandern zum Beispiel. Letztes Jahr in Schottland waren es 300 Kilometer in nur 17 Tagen. Da dürften die vielen engen Stufen im Kirchturm von Sankt Lamberti bis zur Orgel ein Klacks für ihn sein.

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