Mit Tina Dico in die Tiefe
Dänischer Pop-Star zeigt Jovel-Besuchern ihren Ort der Zuflucht

Münster -

Es macht Spaß, Tina Dico zuzuschauen, wie die in Dänemark gefeierte, in Deutschland wenig bekannte Musikerin beim Singen die Augen schließt und ihre Stirn in Falten legt, beim Gitarrenspielen den Mund zu einem „O“ formt, wie sie ihren Freund, Vater ihres im Sommer geborenen Sohnes und Bandmitglied Helgi Jonsson zulächelt, wenn einer ihrer Songs vorbei ist.

Freitag, 12.10.2012, 16:10 Uhr

Mit Tina Dico in die Tiefe : Dänischer Pop-Star zeigt Jovel-Besuchern ihren Ort der Zuflucht
Ob mit oder ohne Band: Singer und Songwriter Tina Dico aus Dänemark besticht durch ihre Gelassenheit und Nähe zum Publikum. Foto: Wilfried Gerharz

So wie sich die 35-Jährige bei „True North“ und „The time of our lives“ von ihrem neuen Album „Where do you go to disappear“ (Wohin gehst du, um zu verschwinden?) zu Beginn ihres Auftritts im Jovel am Donnerstagabend in ihrer Musik verliert, lädt sie auch ihre knapp 300 Zuhörer dazu ein.

Sie tun es und verpassen prompt ihren Einsatz bei „No time to sleep“. Stille. Die junge Mutter in dem Glitzer-Overall und den langen, weißblonden Haaren bleibt gelassen. Offenbar weiß sie, dass sie mit ihrer unaufdringlichen, aber eindringlichen Art, zu unterhalten und Geschichten zu erzählen, früher oder später ihr Publikum fesseln wird.

Das geschieht besonders, als ihre Band die Bühne verlässt und Tina Dico nur mit ihrer Gitarre und ihrer tiefen Stimme „Let‘s get lost“ von einem ihrer älteren Alben vorträgt. Es scheint, als habe sie Tränen in den Augen. So andächtig geht es nicht die ganzen anderthalb Stunden zu.

Als Helgi Jonsson zurück auf die Bühne kommt, kündigt Dico den Song „Friend in a bar“ an. Dieser habe ein Mädchen aus Oldenburg dazu veranlasst, ihren Freund zu verlassen. „Das war übrigens voll der nette Typ“, scherzt ihr Freund in fließendem Deutsch. „Helgi hat in Österreich gelebt“, frotzelt Dico über seinen Akzent. „Was soll man machen?“, antwortet Jonsson, der das neue Album von Dico im gemeinsamen Studio auf Island mitproduziert hat.

Die Einflüsse des Multi-Instrumentalisten sind auch an diesem Abend herauszuhören: sphärische Wände aus E-Gitarren und atmosphärischer Falsettgesang. Zwei, die sich gefunden haben.

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