Sehenswert trifft hörenswert
Umjubelte Premiere des Freien Musical-Ensembles im Waldorfsaal

Münster -

Eine Liebesgeschichte, in der es um Leben und Tod geht. Eine Geschichte über Freundschaft und vielleicht sogar über eine bessere Welt: „Eine Geschichte aus zwei Städten“ heißt das neue Stück des Freien Musical-Ensembles (FME) Münster. Am Sonntagabend feierte die deutsche Erstaufführung des Broadway-Musicals „A Tale of Two Cities“ von Jill Santoriello (Übersetzung: Wolfgang Adenberg) vor ausverkauftem Haus im Konzertsaal der Waldorfschule Premiere.

Montag, 22.10.2012, 15:10 Uhr

Sehenswert trifft hörenswert : Umjubelte Premiere des Freien Musical-Ensembles im Waldorfsaal
Sieht so eine gerechte Gerichtsverhandlung aus? Der Angeklagte Charles Darnay (Ricardo Santos, r.) scheint im Stück „Eine Geschichte aus zwei Städten“ des Freien Musical-Ensembles wenig Chancen zu haben. Foto: Brigitte Heeke

Wie in Charles Dickens gleichnamigem Roman gerät die Familie Manette auf tragische Weise in die Wirren der Französischen Revolution. Die Inszenierung von Ingo Budweg und Canan Toksoy (Regie) gibt den Figuren Raum, sich zu entwickeln. Beantwortet Dr. Alexandre Manette (Philipp Overfeld) nach langjähriger Gefangenschaft in der Bastille die Frage nach seinem Namen zunächst noch routinemäßig mit „105, Nordturm“, so erholt er sich im Londoner Exil wieder ganz zum gütigen Familienoberhaupt.

Zurück in Paris jedoch kann er seinem Schwiegersohn Charles Darnay (Ricardo Santos) nicht helfen, als dessen adlige Herkunft auffliegt. Ausgerechnet Zyniker Sydney Carton (Stephan Rinschen) wendet das Blatt, indem er mit dem zum Tode verurteilten Charles die Plätze tauscht. Lucie Manette (Sarah Blauwitz) rettet ihre Familie in letzter Sekunde. Originelle Nebenfiguren tragen zum Charme bei, etwa die resolute Gouvernante Miss Pross (Canan Toksoy) oder der rustikale „Wiederbeleber“ Jerry Cruncher (Frank Kasuch).

Wandelbar zeigt sich auch der Chor des FME. Das Ensemble bejubelt eine absurde Gerichtsverhandlung in London ebenso glaubwürdig, wie es später in Paris die Waffen schwingt (Choreografie: Johanna Patschke). Vom Solo bis zu den ganz großen Chören glänzen die Sänger mit Wärme und Präzision. Zur Seite steht den Darstellern ein hervorragend aufeinander eingespieltes Orchester unter Dirigent Ingo Budweg. Zu der bewährten Kooperation mit der Schule für Modemacher Münster (Kostüme) kommt eine neue für das Bühnenbild mit den Architekten der DBCO-GmbH. Sehenswert trifft hörenswert!

„Eine Geschichte aus zwei Städten“ ist bereits die elfte Produktion des Ensembles. Die rund 150 Mitwirkenden freuten sich über Standing Ovations. Eine Erfolgsgeschichte also! Wäre da nicht die Sorge um die lieb gewonnene Spielstätte . . . Eindringlich appellierte Ingo Budweg nach der Pause an die Verantwortlichen der Waldorfschule: „Wir würden alles tun, um hierzubleiben.“ Bis zum 11. November können sich Besucher in elf weiteren Aufführungen davon überzeugen, dass sich das lohnt. Anfang November soll Komponistin Santoriello selbst zum Zuhören anreisen.

www.fme-ms.de

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