Des Rezitators letzte Worte
Lutz Görner lädt noch bis morgen in die Schloss-Aula

Münster -

„Im traurigen Monat November war’s, die Tage wurden trüber“ – während viele angesichts der kalten Temperaturen und der dunklen Jahreszeit momentan eher das Fernweh packt, waren es bei Heinrich Heine 1843 Heimatgefühle, die den Schriftsteller aus seinem Pariser Exil in seine Heimat Deutschland zu seiner Mutter nach Hamburg zogen. Über diese Reise schrieb er „Deutschland. Ein Wintermärchen“, ein satirisch anmutendes Versepos über das Deutschland am Vorabend des Vormärz.

Donnerstag, 22.11.2012, 18:11 Uhr

Des Rezitators letzte Worte : Lutz Görner lädt noch bis morgen in die Schloss-Aula
Lutz Görner zelebriert Lyrik im Schloss. Foto: Julia Dziuba

„Im traurigen Monat November war’s, die Tage wurden trüber“ – während viele angesichts der kalten Temperaturen und der dunklen Jahreszeit momentan eher das Fernweh packt, waren es bei Heinrich Heine 1843 Heimatgefühle, die den Schriftsteller aus seinem Pariser Exil in seine Heimat Deutschland zu seiner Mutter nach Hamburg zogen. Über diese Reise schrieb er „Deutschland. Ein Wintermärchen“, ein satirisch anmutendes Versepos über das Deutschland am Vorabend des Vormärz.

Dieses Abbild einer Zeit, in der strenge Zensur und Elitenkontrolle einerseits und freiheitlich-demokratische Bestrebungen anderseits aufeinander prallten, bildete am Mittwoch den Auftakt für das viertägige Programm „ Lutz Görner – Das Festival“ des gleichnamigen Rezitators.

Görner feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Heines kritisches Wintermärchen, das eine grundlegende Änderung der Gesellschaft herbeisehnt, ist für ihn ein „unvergängliches Kunstwerk“ und das „größte und wichtigste deutsche Gedicht“, das ihn seit 35 Jahren bei seinen Auftritten begleitet. Diese Form der Vertrautheit machte sich bei Görner Auftritt in der Aula des Schlosses bemerkbar, wenn er mit Heine beim Spaziergang in Aachen spöttisch die Soldaten beschreibt: „Noch immer das hölzern pedantische Volk, noch immer ein rechter Winkel in jeder Bewegung, und im Gesicht der eingefrorene Dünkel“, oder in Bezug auf die Kölner Stadtplanung hellseherische Fähigkeiten erkennen lässt („Er wird nicht vollendet, der Kölner Dom“).

Für Görner ist es sein letztes Programm „als Rezitator“. Nach dem Festival will er sich ganz den Komponisten des 19. Jahrhunderts zuwenden, die mit Franz Liszt in Verbindung standen – als „Alterswerk“.

Freitagabend (23. November) liest Görner heitere Gedichte (unter anderem von Busch und Ringelnatz), Samstagabend (24. November) rezitiert er aus Franz Liszts Biografie über Frédéric Chopin und wird dabei musikalisch begleitet. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr in der Aula im Schloss. Karten im WN-Ticketshop oder online auf Görners Homepage. 

| lutzgoerner.de

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