Ein „Schwerer Junge“ auf der Couch
Berühmtester Regierungsmedizinaldirektor in der Adam-Riese-Show im Pumpenhaus

Münster -

Sein Schädel ist haarlos, das Gesicht zeigt mehr Furchen als seinerzeit Charles Bronson, und die Stimme klingt nach 1000 Packungen Marlboro. Wer Joe Bausch erblickt, denkt unwillkürlich: Schwerer Junge! Aber mit diesem Personenkreis hat Bausch nur im weißen Kittel zu tun. Offizielle Berufsbezeichnung: Regierungsmedizinaldirektor – „Bleiben wir lieber bei Knast-Arzt“, grinst Adam Riese, der den Schauspieler und Mediziner auf seinem Sofa begrüßte.

Montag, 19.11.2012, 18:11 Uhr

Ein „Schwerer Junge“ auf der Couch : Berühmtester Regierungsmedizinaldirektor in der Adam-Riese-Show im Pumpenhaus
Joe Bausch (r.) plauderte auf der Couch mit Adam Riese (l.) über sein Doppelleben als „Knast-Arzt“ und TV-Star. Foto: Thomas Büdenbender

Als Jungspund hatte Bausch Theaterwissenschaft studiert und 1971 Agitprop für Ford-Fabrikarbeiter gemimt. Später kam Schlingensief mit dem ersten Filmjob (1983 mit Helge Schneider als Hitler). Sein erster Tatort war „Schimanski“. Da hat er mit Götz George mal eine Nacht durchgesoffen. Das sind die Storys, die man von Bausch hören möchte.

Der Pathologe aus dem Kölner Tatort hat indirekt auch sein skurriles Pendant aus Münster mit erfunden: Professor Boerne. Denn er wies die befreundeten Autoren, die das Münster-Konzept erdachten, darauf hin, dass Pathologen oft skurrile, lustige Vögel seien. Joe Bausch war am Sonntagabend der bekannteste Promi bei dieser jüngsten Ausgabe der „Adam-Riese-Show“.

Außerdem gab sich Jürgen Werner vom Theater Impro 005 mit Stegreif-Darbietungen die Ehre (übrigens schon der Dritte, den Riese von diesem Ensemble eingeladen hatte). Und mit Shubangi war eine junge Sängerin dabei, die mit ihrer Stimm-Power und quirligen Art das Pumpenhaus rockte. Obwohl ihre Musik eher Soul, Funk oder HipHop ist. „Jungle Queen“ heißt der Song, der „Shubangi & the Maxons“ im vorigen Jahr den „Deutschen Rock & Pop Preis“ bescherte. Den hörte auch das Pumpenhaus-Publikum, geradezu exotisch begleitet von Markus Paßlicks „Original Pumpernickeln“. Um die Gesangskarriere von Shubangi muss sich keiner sorgen. Die Hiltruperin ist angehende Englisch-Lehrerin und wohnt mit Show-Assistentin Isabelle in einer WG in der legendären Kronenburg . Sie musste natürlich ins Münster-Quiz. Und sie mimte mit Riese eine Talksendung zum Thema „singende Waschmaschine“, die Jürgen Werner hibbelig in „Gebärdensprache“ übersetzen musste. Klasse.

Dass Adam Riese der – erst zweite – Texthänger seiner Karriere passierte, machte den begeisterten Fans natürlich nichts. Ein despektierliches Münster-Zitat fiel im Quiz auch, es stammte vom Komiker Karl Dall: „Münster ist so langweilig, dass die Tauben zum Kacken nach Dortmund fliegen.“

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