Schatz für die Zukunft gesichert
Monasteria-Bibliothek von Walter Kutsch wandert ins Stadtarchiv

Münster -

Mit Walter Werland fing alles an. Der Chef von Münsters Lokalredaktion der Westfälischen Nachrichten schrieb die Serie „Münster – Vergangenheit und Gegenwart“. Die faszinierte den 22-jährigen Walter Kutsch. Und so begann der im Franziskus-Hospital geborene Münsteraner 1963 diese Zeitungsseiten zu sammeln, zu kopieren und binden zu lassen. Der Beginn einer wunderbaren Leidenschaft – von der Heimatforscher seit Jahrzehnten profitieren. Jetzt ist Kutsch 71 Jahre alt, und sein Lebenswerk ist für die Zukunft gesichert.

Mittwoch, 23.01.2013, 18:01 Uhr

Herr über 8000 Bücher: Walter Kutsch hat 50 Jahre lang Bücher und mehr zum Thema „Münster“ gesammelt. Jetzt wandert die „Monasteria“-Bibliothek ins Stadtarchiv.
Herr über 8000 Bücher: Walter Kutsch hat 50 Jahre lang Bücher und mehr zum Thema „Münster“ gesammelt. Jetzt wandert die „Monasteria“-Bibliothek ins Stadtarchiv. Foto: Gerhard H. Kock

Im Laufe dieses Jahres soll die öffentliche Privatbibliothek „Monasteria“ aus dem Privathaus ins Stadtarchiv wandern. Ein leerer 24-Quadratmeter-Raum wartet dort noch auf die Regale. Kutsch hat alles gesammelt, was irgendwie mit Münster zu tun hat: alleine 8000 Bücher (dicke wie dünne). Er hat 300 Leinenbände mit themenbezogenen Zeitungs-Ausschnitten und 450 Bände Zeitschriften und Periodika binden lassen, ferner 400 Mappen mit Sonderbeilagen von Zeitungen. Über Münsters Theater (vom Stadttheater bis zum Kleinen Bühnenboden) gäbe es kein Archiv. Theaterfreund Kutsch trug aber auch viele Festschriften, Schülerzeitungen oder Firmen-Jubiläumsbroschüren zusammen. Alleine 160 verschiedene Zeitungstitel sind in den vergangenen 50 Jahren erschienen – mehr oder weniger lange, viele davon in den wilden 70ern.

Mit einer Schreibmaschine, die er als Student ratenweise kaufte, tippte Kutsch anfangs die Register und Inhaltsangaben. Heute ist die Bibliothek online. Schwierig wurde es für den Sammler, als er 1982 beruflich nach Köln versetzt wurde. Da hieß es immer am Wochenende: die vielen Blättken in der Stadteinsammeln und auswerten. Dafür kam er in Deutschland herum und suchte viele Antiquariate auf, immer auf der Suche nach „Münster“-Büchern.

„Mit 55 hatte ich das Glück, aufhören zu können zu arbeiten.“ Für den Privat-Bibliothekar fing 1997 die Arbeit erst richtig an: „Ab da habe ich professionell gearbeitet und konnte mich voll dem Auf- und Ausbau der Bibliothek widmen.“ 1998 wurde im Haus ein eigenes Zimmer für die Bücher eingerichtet mit viel Regalmetern. „Ich dachte, das reicht; so alt kann ich gar nicht werden – von wegen!“ Seit Langem herrscht Platzmangel. Das wird sich im Stadtarchiv ändern.

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