Edelklänge aus Westfalen
Die ambitionierte CD-Reihe „Classic Clips“

Es wirkt schon etwas waghalsig, wenn auf einer Klassik-CD ausgerechnet Paul Hindemith für die ältere Musik steht und ein zeitgenössischer Komponist das Programm ergänzt. Doch in der CD-Reihe „Classic Clips“ geht es gerade nicht in erster Linie um das Populäre, das Verkaufsträchtige. Sondern auch um unbekanntere Musik, die es wert ist, gespielt und gehört zu werden.

Montag, 18.03.2013, 18:03 Uhr

Edelklänge aus Westfalen : Die ambitionierte CD-Reihe „Classic Clips“
Foto: GWK

Hindemiths Sonaten für Violine und Klavier sind ein solcher Fall. Das 1918 entstandene op. 11/1 entwickelt nicht bei ersten, aber gewiss schon beim zweiten Hören Ohrwurmcharakter – zumal dann, wenn es mit so berückenden leuchtenden Geigentönen und so kristallklaren Klavier-Akzenten dargeboten wird wie in der Aufnahme von Mirijam Contzen und Tobias Bredohl. Die andere, ebenfalls zweisätzige Sonate aus dem Jahr 1935 kommt dem Hörer geradezu romantisch-sehnsuchtsvoll entgegen. Eine noch größere Überraschung bietet die von Contzen und Bredohl ermöglichte Begegnung mit dem Komponisten Stefan Heucke, der im Jahr 2007 den Hans-Werner-Henze-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe erhielt. Gewiss, auch wenn dieser Komponist Altmeister Brahms zitiert, fällt er nicht zurück in eine unreflektierte Romantik. Aber selbst entschiedene Freunde rein tonaler Musik müssten doch mit Spannung Heuckes Variationenfolge über „Da unten im Tale läufts Wasser so trüb“ in seiner ersten Violinsonate verfolgen.

In den „Classic Clips “, hinter denen die Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit steckt, verbergen sich ganz unterschiedliche Schätze: So haben sich Saxofonist Bartek Dus und Pianistin Magdalena Wojciechowska unkonventionell mit Erik Satie und den „Six“ auseinandergesetzt, Blockflöten-Virtuosin Tabea Debus hingegen blickt musizierend mit ihrem Ensemble in die Barockzeit zurück. Musiker aus der Region und hörenswerte Kompositionen: eine Reihe, die Aufmerksamkeit verdient.

 

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