Antrag provoziert im Kulturausschuss eine Grundsatzdebatte über Gestaltungswille
Will sich Münster Wim Wenders leisten?

Münster - Gute Idee! – Wer bezahlt´s? – Ein Klassiker im Spannungsfeld von Wunsch und Wirklichkeit. In Zeiten prekärer städtischer Finanzen eine immer brennender werdende Frage, die im jüngsten Kulturausschuss durch einen Antrag den Kulturpolitikern wie eine Pistole auf die Brust gesetzt wurde – von Dr. Wolfgang Weikert (CDU) und von Kulturdezernentin Andrea Hanke.

Donnerstag, 28.02.2013, 13:02 Uhr

Antrag provoziert im Kulturausschuss eine Grundsatzdebatte über Gestaltungswille : Will sich Münster Wim Wenders leisten?
Wim Wenders stellte vor zwei Jahren im Cineplex seinen Tanzfilm „Pina“ vor und würde gerne eine Fotoausstellung in Münster machen. Foto: dpa

Weikert setzt sich für das „ Wim Wenders “-Projekt ein. Der als Filmemacher international berühmte Düsseldorfer will in Münster 30 großformatige Fotografien auf „Panoramagerüsten“ (zwei mal fünf Meter) an zentralen, innerstädtischen Orten ausstellen.

Der Antrag leidet ein wenig darunter, dass er vom Kurator des Projekts, Dr. Peter Weiß, in einen Zusammenhang mit den „Skulptur-Projekten“ genannt wird, was Unkenntnis offenbart: Kunst wird nicht schon dadurch zum Skulptur-Projekt, weil sie im öffentlichen Raum steht. Doch auch ohne die unlautere Verwendung der Marke „Skulptur-Projekt“ wäre eine Wenders-Ausstellung den überregionalen Medien sicher eine Meldung oder mehr wert.

Filmemacher und Fotograf Wim Wenders

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  • Vor zwei Jahren stellte der Filmemacher seinen Tanzfilm „Pina“ im Cineplex vor.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Wim Wenders und Wolfgang Niedecken

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Hauptrolle zu Wenders THE PALERMO SHOOTING übernahm Sänger Campino.

    Foto: A3637 Jörg Carstensen
  • Die Kombo zeigt links die Tanzkünstlerin Pina Bausch und rechts Wim Wenders an der Filmkamera.

    Foto: dpa/Donata Wenders
  • 2006 erhielt Wenders den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

    Foto: dpa/Miguel Villagran
  • Wim Wenders und Ehefrau Donata auf der Oscar-Verleihung 2012.

    Foto: dpa/Mike Nelson
  • 2011 erhielt der Regisseur den Europäischen Filmpreis für PINA.

    Foto: dpa/Britta Pedersen

Und so hat das Kulturamt für den Ausschuss eine Vorlage erstellt. Und der ist zu entnehmen, dass das Projekt 200 000 Euro kosten würde.

„Ein kräftiger Schluck aus der Pulle“, das weiß auch Weikert, der Zuschüsse von Stiftungen und vom Land in Aussicht stellte. So blieben aber letztlich immer noch gut 60000 Euro übrig. Früher konnten solche Projekte über die Sparkassen-Überschüsse mitfinanziert werden. Das geht so nicht mehr. Und da bekamen die Kulturpolitiker, die zuvor dem Projekt als solchem durchaus wohlgesonnen waren, kalte Füße. „Skepsis“ bei den Grünen, „Schwierig, schwierig“, hieß es von der SPD . Und die FDP betete ihr Mantra vor: „Private Initiativen müssen privat finanziert werden.“ In der Ablehnung dieser Position waren sich die übrigen Kulturpolitiker dann wieder einig.

Kulturdezernentin Andrea Hanke mahnte eine klare Entscheidung an: Eine Beschluss-Vorlage könne nur erstellt werden, wenn klar sei, woher das Geld komme. Und die Politiker sollten sich bald entscheiden. Denn so ein Projekt, das 2014 realisiert werden soll, habe einen großen Vorlauf. Da keiner den Mut hatte, die gute Idee ins Reich der schönen Wünsche zu verweisen, wurde eine Entscheidung vertagt.

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