Der Beifall prasselte
Kathy Kelly begeisterte in der ausverkauften Erphokirche

Münster -

Vor der Pause räumte Kathy Kelly mit Leonard Cohens „Hallelujah“ noch einmal einen Riesenbeifall ab – die Arme am Ende ausgebreitet gab die stimmgewaltige Kelly dazu auch ein imposantes Bild ab. Begleitet von Andreas Recktenwald am Keyboard lieferte die Sängerin anscheinend entspannt eine gelungene Nummer nach der anderen. Irgendwo zwischen modernen Gospels, Pop und Hitparadenfolk liegen ihre Lieder. Ein bisschen sehr poppig, zugegeben, aber mit viel Expressivität in die ausverkaufte Erphokirche gebracht.

Montag, 11.03.2013, 18:03 Uhr

Kathy Kelly zeigte sich in der Erphokirche stimmgewaltig und wandlungsfähig.
Kathy Kelly zeigte sich in der Erphokirche stimmgewaltig und wandlungsfähig. Foto: heh

Kathy Kelly , die häufig als Oberhaupt der Kelly Family bezeichnet wird, ist ein Bühnenprofi. Da sitzt jeder Ton, jede Geste.

Manchmal griff sie zu Akkordeon, Gitarre oder Geige, um den wandlungsfähigen, unaufdringlichen Keyboardsound mit ein paar weiteren Klängen zu versehen. Andreas Recktenwald sorgte immer für gut gewählte Sounds und selbst eine Arie aus Puccinis „Tosca“, verziert von dezent gesetzten Orchesterklängen mit warmen Streichern und weichen Holzbläsern im Keyboard, gelang diesem Musikerduo sehr gut. Und unterhielt zudem hervorragend.

Mit „David‘s Song“, einem traditionellen Kelly Family Hit aus frühesten Tagen, begann Kathy Kelly ihren Auftritt. Recktenwald sorgte dabei für ein bisschen irische Folkatmosphäre durch sanfte Flötensounds.

„You Raise Me Up“ und „Engelsmensch“ gab es ebenfalls in der ersten Konzerthälfte.

Sohn Sean, ein Vertreter der jüngeren Kelly-Generation, verkaufte in der Pause fröhlich und wohlerzogen die CDs der Mutter.

Der Gospelchor „Ephata“ mit Chorleiterin Hildegard Jacoby eröffnete beide Konzerthälften. In Schwarz und Rot gekleidet, von sanftem rotem Licht umflossen (auch Kelly hatte eine unauffällige, aber sichere Lichtshow) legten sich die engagierten Sängerinnen und Sänger sehr ins Zeug. Vokale und instrumentale Soli aus den eigenen Reihen sorgten für akustische Abwechslung. „This is the Lord‘s Doing“ und „The Privilege“ brachten viel Stimmung. Das eine wie „seelenvoller Rotwein“, das andere wie „spritziger Weißwein“, hieß es in der Moderation.

Das begeisterte Publikum genoss das Konzert und klatschte eifrig mit. Manchmal gab es spontan stehende Ovationen nach den Liedern, der sehr kräftige Beifall prasselte nur so.

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