Politisch unkorrekter Spaß
„Monster Truck“ im Pumpenhaus

Münster -

„Hereinspaziert zur Völkerschau! Sie sehen heute: das wahre Leben der Mongolen. Machen Sie sich gefasst auf furchterregende, rauflustige Steppenreiter. Und einen Abend voller Widerhaken.“ Das Gießener Kollektiv „Monster Truck“ provoziert in seiner Performance „Dschingis Khan“ gleich mehrfach die „Darf man das?“-Reflexe des Publikums.

Dienstag, 05.03.2013, 18:03 Uhr

Drei Schauspieler mit Down-Syndrom (Menschen also, die man früher Mongoloide nannte) spielen Mongolen. Geben unter grotesker Zottelperücke fernöstliche Krieger, die ihre Feinde auffressen (zermatschte Melonen) und sich an gegorener Stutenmilch berauschen (H-Milch mit Sekt).

Unkorrekter geht’s wohl kaum. Ist das ein Menschenzoo in übelster Kolonial-Manier? Behinderten-Verhöhnung der „Monster Truck “-Regisseure, die vom Bühnenrand aus die Show anleiten? Oder wissen die Performer – Mitglieder des Berliner Theaters Thikwa (hebräisch für Hoffnung) – was sie tun, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Inszenierung spielt mit Erwartungen, bricht den Blick. Sarkastisch, bissig und erhellend. Sind die Spieler autonome Künstler? Oder Projektionsfläche für unsere Vorstellung vom Authentischen?Am Ende gehört das Feld ganz den falschen Mongolen. Die schießen Totenschädel ins Publikum. Und haben einen Mordsspaß.

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