Arbeitsprozesse zum Anfassen
Nana Hülsewig, Stefanie Oberhoff und Robert Steijn zeigen achtstündige Performance im Pumpenhaus

Münster -

Für diese Performance gab es eine eigene Gebrauchsanweisung. Der Bühnensaal im Pumpenhaus stand am Sonntag ganze acht Stunden lang für die Besucher und Besucherinnen offen. Innen, in gemütlicher Atmosphäre, die zum Entspannen einlud, präsentierten die Künstler Nana Hülsewig, Stefanie Oberhoff und Robert Steijn vor Ort entwickelte Szenen und Improvisiertes. „Sie müssen unbedingt glauben, was Sie sehen“ war der Leitfaden der österlichen Performance.

Montag, 01.04.2013, 17:04 Uhr

Kreative Prozesse: Robert Steijn, Nana Hülsewig (r.) und Stefanie Oberhoff zeigten am Sonntag acht Stunden lang im Pumpenhaus eine Performance, bei der die Zuschauer unbedingt glauben sollten, was sie sahen.
Kreative Prozesse: Robert Steijn, Nana Hülsewig (r.) und Stefanie Oberhoff zeigten am Sonntag acht Stunden lang im Pumpenhaus eine Performance, bei der die Zuschauer unbedingt glauben sollten, was sie sahen. Foto: jvg

Lampen, Betten, Vorhänge, eine Nähmaschine, eine Tanzfläche und Arbeitstische boten verschiedene Wirkungsbereiche mit jeweils anderem, ganz eigenem Flair. Verteilt inmitten des großen Raums bewegten sich sowohl die Künstler als auch die Zuschauer zwischen den verschiedenen Stationen hin und her. Wer mochte, durfte sich irgendwo hinsetzen – das war laut Anweisungszettel auch gewünscht. „Es ist ein wenig mysteriös. Wir wollen die Linie zwischen Darstellern und Publikum durchbrechen“, so der Dramaturg Robert Steijn .

Fünf Tage und sechs Nächte lang hatten die drei Künstler zuvor auf der Bühne gelebt und gearbeitet. Die Ergebnisse dieses Prozesses durften die Pumpenhausgäste miterleben. Mal griff Nana Hülsewig zum Mikrofon, während sich die maskierte Stefanie Oberhoff in den Kissen auf einem großen Podest wälzte. Robert Steijn zeigte derweil kreative Bewegungen, umrahmt von den bunten Lichtern aufgestellter Strahler. „Wir unterhalten nicht, wir sind im Arbeitsprozess “, erklärte Nana Hülsewig. Nichts sei gleich, nichts solle sich wiederholen. „Es geht darum, eine ganz neue Welt zu entdecken und zu erschaffen“, so Steijn. So entstehe vor allen Dingen Material, das später wieder auf der Bühne oder anderswo Verwendung finden könne. Die Beobachtung der sich immer neu herausbildenden Konstellationen war sowohl für die Zuschauer als auch für die Künstler eine ungewöhnliche Situation. „Man weiß nie, wo die Konzentration des Publikums gerade ist“, so die Künstler. Jeder der drei Performer hatte seine ganz eigene Geschichte und Lebenserfahrung, der Form und Ausdruck verliehen werden sollte. Selbst wenn augenscheinlich nichts passierte schufen Nana Hülsewig, Stefanie Oberhoff und Robert Steijn immer wieder neue Zustände, die man durch bloßes Zuschauen für sich neu entdecken konnte.

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