Drei Preise – kein Sieger
Förderpreisausstellung der Kunstakademie in der Kunsthalle Münster

Münster -

Keine Reihenfolge, aber immerhin drei Preise hat die Jury vergeben – und dabei das künstlerische Potenzial von drei höchst unterschiedlichen Positionen ausgezeichnet: Rauminstallation, Performance mit Objekt sowie Malerei.

Mittwoch, 17.04.2013, 19:04 Uhr

Ga Yeon Jo aus der Klasse Klaus Merkel entwickelt surreale Landschaften aus fließenden Formen, die sich in großen Flächen oder linearen Strukturen finden, und so eine Gegenständlichkeit suggerieren, die aus der Wirklichkeit zu stammen scheint, sich aber davon nicht halten lässt.

Der Titel der Arbeit von Laura Mareen Lagemann aus der Klasse Henk Visch ist „+ - Widerspenst“ und die Kunst ist die Zähmung. Denn Legemann verbindet Flausch- und Klettband miteinander, ein Video zeigt, wie sie sich in den Stoffen ein- und ausrollt. So an der Wand scheint es auf den ersten Blick wie ein zerwühltes Bett nach einer albträumigen Nacht.

Ebenfalls aus der Klasse Henk Visch kommt Anne Krönker, die eine ebenso filigrane wie komplexe Rauminstallation präsentiert und auch einen hinweisenden Titel hat: „Das letzte Spiel, das nicht mehr gespielt worden ist“. Die Gegenstände könnten an Spiele erinnern: der zusammen geklebte Schaumstoff an den Sandsack des Boxsports, die lila Glitterstreifen an Pompons. Objekte korrespondieren formal miteinander, aber letztlich darf gerätselt werden, was das letzte Spiel ist – in der Kunst, wie im Leben.

Zum 30. Mal haben die Freunde der Kunstakademie ihren Förderpreis vergeben, gestern Abend durch ihren Vorsitzenden Karl-Heinz Bonny. Das ist insofern erwähnenswert, da die Kunstakademie erst seit 25 Jahren selbstständig ist. Die Professoren der Akademie ernennen die Künstler, aus denen die Jury die Preisträger ermittelt. Der Jury gehören Dr. Gail B. Kirkpatrick (Leiterin der Kunsthalle), Susanne Titz (Direktorin des Museums Abteiberg Mönchengladbach) und der Künstler Jan Albers (Düsseldorf) an.

Zum Thema

Die Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie ist bis 5. Mai in der Kunsthalle Münster, Hafenweg 28, zu sehen.

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