Niggemann und sein Synthesizer sind „Menschmaschine“
Sinuskurven kommen in der Natur nicht vor

Münster -

Kai Niggemann sitzt vor einem Tisch mit einem modularen Synthesizer, steckt bunte Kabel in das Gerät und dreht an kleinen Knöpfen. Immer komplexer wird das Kabelgeflecht. Eine Kamera überträgt live jede Bewegung auf den Deckel des Koffers, das den Synthesizer enthält. So sehen die Zuschauer, denen Niggemann den Rücken zukehrt, jede einzelne Steck- und Drehaktion. Im schwarzen Anzug mit Freizeitschuhen, die Haare toupiert, erinnert er Robert Moog oder Daniel Düsentrieb.

Montag, 15.04.2013, 14:04 Uhr

Mai Niggemann stellte im Pumpenhaus sein Synthesizer-Konzert „Menschmaschine“ vor.
Mai Niggemann stellte im Pumpenhaus sein Synthesizer-Konzert „Menschmaschine“ vor. Foto: heh

Beim Lecture-Konzert „ Menschmaschine “ am Sonntagabend im Pumpenhaus verband er Erläuterungen zu seinem Synthesizer „Pourquoi Pas“ (benannt einem Forschungsschiff) mit praktischer Vorführung und einem konzertanten Teil.

Niggemann wendet sich mit seinem unterhaltsamen Programm „Menschmaschine“ an ein breites Publikum und baut keine fachmännischen Hürden auf. In schön flüssigem Verlauf erzählte er frei aus der Geschichte der Synthesizer und stellte pantomimisch das fast 100 Jahre alte Theremin vor. Köstlich: Ein paar Gesten, der für das Theremin typischen Spielerpose nachempfunden, und ein paar schwirrende Sounds, mit dem Mund produziert, und schon war das Instrument mit dem elektromagnetischem Feld vorstellbar. Ein Skript in der Hand brauchte Niggemann für den Ablauf nicht, nur ein paar Stichworte auf dem Boden.

Und dann setzte Niggemann den Kopfhörer auf, hörte sich einen Kommentar zum Synthesizer auf seinem Smartphone an und übersetzte, so sagte er, simultan. Das Publikum hörte den englischsprachigen Originalkommentar nicht und Niggemanns Übersetzungen wirkten deshalb ein wenig skurril.

Der echte Synthesizerexperte erfuhr nur bedingt Neues, aber das Lecture-Konzert des Teams „Paradeiser Productions“ um Kai Niggemann wandte sich bewusst an ein breites Publikum. Vielleicht lassen Kai Niggemann und „Pourquoi Pas“ den einen oder anderen Zuschauer selbst einmal zum Stecker greifen, die Tonhöhe per Voltzahl regeln oder Sinuskurven übereinander stapeln. Die kommen nämlich in der Natur nicht vor, schmunzelt Niggemann, und schaute fast zärtlich zu „Pourquoi Pas“ hinüber.

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