Wozu Theater?
Theatermacher-Trio befeuert mit Podiumsdiskussion die Debatte um Kultur in der Stadt

Münster -

„Je besser ein Theater dasteht, desto besser ist das auch für die anderen.“ Sagt Ludger Schnieder, der Chef des münsterischen Pumpenhauses, und erntet lebhafte Zustimmung von den beiden anderen Herren auf dem Sofa des Intendantenbüros im Theater Münster. Hausherr Dr. Ulrich Peters und Intendantenkollege Meinhard Zanger vom Wolfgang-Borchert-Theater werben gemeinsam mit Schnieder für eine Podiumsdiskussion im Kleinen Haus, bei der es am 29. April um die Frage geht: „Wie viel Kultur braucht eine Stadt – und wozu?“

Freitag, 12.04.2013, 10:04 Uhr

Drei Theaterleiter auf einem Sofa (v.l.): Meinhard Zanger, Intendant des Wolfgang-Borchert-Theaters, Ludger Schnieder, Leiter des Pumpenhauses, und Dr. Ulrich Peters, Generalintendant des Theaters Münster.
Drei Theaterleiter auf einem Sofa (v.l.): Meinhard Zanger, Intendant des Wolfgang-Borchert-Theaters, Ludger Schnieder, Leiter des Pumpenhauses, und Dr. Ulrich Peters, Generalintendant des Theaters Münster. Foto: Wilfried Gerharz

Konkret wird es an diesem Montagabend um die Frage gehen, wie viel Theater eine Stadt wie Münster braucht – andere Kultur-Institutionen wie die Museen oder die Musik-Ensembles sind schon jetzt aufgerufen, sich mit eigenen Veranstaltungen zu Wort zu melden. „Münster ist symptomatisch für viele Städte“, erklärt Ulrich Peters zum Anspruch des Projekts: So repräsentieren die drei Theaterleiter das Zusammenspiel von Stadttheater, literarischem Kammerspiel und freier Szene, wie es auch andernorts die Kulturszene prägt. Gerade darum werden auf dem Podium nicht die drei Intendanten sitzen, sondern Gäste, die das Thema aus überregionaler Sicht beleuchten: Theaterwissenschaftlerin Ulrike Haß aus Bochum etwa, Kulturreferent Hans-Georg Küppers aus München oder der Berliner Intendant Ulrich Khuon. Moderator Stefan Keim verspricht sich von einer Diskussionsteilnehmerin wie Kathrin Tiedemann vom Forum Freies Theater Düsseldorf Thesen, die nicht unbedingt mit der Ästhetik eines Stadttheaters übereinstimmen: Lebhaft und kontrovers soll es schon zugehen, wenn über die Bedeutung der darstellenden Künste für eine Stadt nachgedacht wird. Wozu auch Thomas Sternberg vom münsterschen Franz-Hitze-Haus und Matthias Lückertz von der Kaufmannschaft ihren Blickwinkel beisteuern sollen.

Denn wenn auch alle Veranstalter froh darüber sind, ihre Debatte einmal nicht unter dem Druck unmittelbar drohender Schließungs-Szenarien führen zu müssen, so geht es doch auch um Geld: „Wir sind einfach ein großer Brocken im städtischen Kulturetat“, wissen sie nur zu gut, und Meinhard Zanger formuliert es so selbstkritisch wie selbstbewusst: „Es geht auch um die Frage, warum wir Subventionen bekommen.“

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Diskutiert wird am 29. April um 19.30 Uhr im Theater. Eintritt frei.

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