Neue Finanzformel
Der Verteilungskampf beginnt: Münsters Freie Kulturszene macht mobil

Münster -

Die Freie Kulturszene in Münster schlägt angesichts der neuen Finanzformel für das Theater Alarm und fragt: Was wird aus uns?

Montag, 03.06.2013, 10:06 Uhr

Das Theater Münster braucht eine solide finanzielle Ausstattung. Dies wird kein Kulturfreund bestreiten. Angesichts der neuen Finanzformel jedoch befürchten Kulturinitiatoren wie Rainer Bode (kl. Bild, unten), dass die Freie Szene finanziell austrocknet.
Das Theater Münster braucht eine solide finanzielle Ausstattung. Dies wird kein Kulturfreund bestreiten. Angesichts der neuen Finanzformel jedoch befürchten Kulturinitiatoren wie Rainer Bode (kl. Bild, unten), dass die Freie Szene finanziell austrocknet. Foto: Theater Münster

Die Pflöcke sind eingeschlagen, die Zahlen und Fakten bereits in den Unterlagen nachzulesen. Am 11. Juni verhandeln Finanz- und Kulturausschuss in Münster gemeinsam die „6. Finanzformel “ für das Theater Münster . Am 15. Mai soll der Rat die Formel verabschieden. Es geht darum, das Theater von 2014 bis 2019 so auszustatten, dass es inklusive der zu erwartenden Sachkostensteigerungen wie auch der Tariferhöhungen über die Runden kommt. Die Freie Kulturszene in Münster hat sich das Zahlenwerk bereits angeschaut, schlägt Alarm und fragt: Was wird aus uns?

In den Verhandlungen zwischen Stadtverwaltung und Theater hat sich offenbar die Erkenntnis durchgesetzt, dass die städtischen Zuschüsse für das Theater trotz der bereits bis zur Schmerzgrenze und ins Personal eingreifenden Sparbemühungen in den nächsten Jahren steigen müssen, um das Theater mit allen Sparten lebensfähig zu erhalten. Die 6. Finanzformel, so geht aus den Unterlagen hervor, wird für die Spielzeiten 2014/2015 bis 2018/2019 auf 19,649 Millionen Euro festgesetzt. Hinzu kommen pro Jahr 120 000 Euro Sachkostensteigerung.

Auch die bereits verhandelten und künftig weiter zu erwartenden Tarifkostensteigerungen im Öffentlichen Dienst, die auf das Theater durchschlagen, sollen durch die Stadt gedeckt werden. Von 19,8 Millionen Euro für die Spielzeit 2013/14 wird sich folglich der Zuschuss bis 2018/19 auf rund 22,4 Millionen Euro erhöhen.

Beim Thema „Erhöhung“ ist auch die Freie Kulturszene hellwach geworden. Sie legt ihren Mitgliedern jetzt – durchaus mit leicht satirischem Akzent – ebenfalls vorformulierte Anträge auf eine eigene Finanzformel vor, die ebenfalls Kostensteigerungen geltend machen und höhere Zuschüssen anmahnen.

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Rainer Bode vom Cuba Münster hat bereits zu einer Pressekonferenz am kommenden Dienstag, 4. Juni, eingeladen. Die Grundbefürchtung der Freien Szene lautet, dass bei einem gleich bleibenden Kulturetat in Münster die Freie Szene angesichts der Kostensteigerung für das Theater auf der Strecke bleibt. Die SPD-Fraktion hält die Finanzformel für das Theater ebenfalls für derart wichtig, dass sie am Donnerstag, 6. Juni, von 18 bis 20 Uhr zu einem Bürgerinnen- und Bürgerdialog in ihre Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 9, einlädt.

Keine Frage, die nächsten beiden Wochen werden für Münsters kulturelle Zukunft äußerst spannend.

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