Bernhard Sprute interpretiert van Ruisdael neu
Wenn die Hände Wolken werden

Münster -

Der Maler Bernhard Sprute (Meisterschüler von Prof. Timm Ulrichs) aus Bad Oeynhausen hat sich künstlerisch mit dem Erneuerer der niederländischen Landschaftsmalerei Jacob van Ruisdael beschäftigt.

Dienstag, 30.07.2013, 18:07 Uhr

Bernhard Sprute hat sich jeweils ein Gemälde von Jacop van Ruisdael vorgenommen, sich dessen Atmosphäre angeeignet und in seine eigene Bildsprache gebracht.
Bernhard Sprute hat sich jeweils ein Gemälde von Jacop van Ruisdael vorgenommen, sich dessen Atmosphäre angeeignet und in seine eigene Bildsprache gebracht. Foto: kok

Landschaft ist mehr als Himmel, Horizont und Erde. Vor allem, wenn ein Mensch sie sieht. Vor 350 Jahren entdeckte Jacob van Ruisdael seine Empfindungen beim Betrachten der Natur und brachte jene mit Mitteln der Landschaftsmalerei auf die Leinwand. Und ist damit näher an der Wahrheit als jede Fotografie. Heute weiß auch die Wissenschaft: Jede Erkenntnis ist gefühlsgefärbt. Der Maler Bernhard Sprute hat sich jetzt dem Erneuerer der niederländischen Malerei gewidmet.

Van Ruisdael ist Sprute vor Jahrzehnten erstmalig begegnet, als er mit Frau und Kindern in Zandvoort Urlaub machte. „Und wenn das Wetter schlecht war, ging´s nach Haarlem.“ Dort im Frans-Hals-Museum faszinierte in Ruisdael das erste Mal. Seine Frau, eine Kunsthistorikerin, brachte ihm den Meister wieder in Erinnerung, und Sprute analysierte dessen Werk, eignete sich dessen Sicht auf Landschaft an und brachte seine Empfindungen der Ruisdael-Landschaften mit eigenen malerischen Mitteln zum Ausdruck.

Zum Vergleich hängen in der Ausstellung „Annäherung an Ruisdael“ im Haus der Niederlande die Original-Vorlagen als Fotos neben den 13 Bildern. („Mein 438. Ausstellung“, hat Sprute mitgezählt). Für atmosphärische Tiefe sorgen bei dem in Bad Oeynhausen lebenden Maler die Hintergründe, aufwendig vielschichtige Farbflächen, die meist monochrom wirken. Dabei wird immer wieder Figuratives aus Fauna und Flora geschaffen, um dann übermalt zu werden. Den Pinsel meidet Sprute, um den direkteren malerischen Ausdruck zu finden, ein Verbindung geistiger und körperlicher Art zu schaffen. „Wenn ich mit meinen Händen Wolken auf der Leinwand gestalte, dann bin ich diese Wolken.“

Auch bei den linearen Elementen, die auf diese Verdichtung aufgetragen werden, greift Sprute lieber direkt zur Tube. Wer den Bildvergleich anstellt, entdeckt Konturen, Muster teilweise sogar Gegenständliches aus der Vorlage in der Sprute-Interpretation wieder. Manchmal wird sogar noch eine lineare Ebene darüber gezogen, mit abstrakteren Formen, die aber stets von Formen des Originals angestoßen sind – eine Felsenlinie, eine Gesteinsformation. Dabei bleibt die malerische Geste stets der Natur, dem Organischen verbunden.

Zum Thema

Bis zum 25. August im Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7.

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