Cactus Junges Theater präsentiert neues Stück
Ehrliche Aussagen zu einem heiklen Thema

Münster -

„... und mein Puls rast.“ lautet der Titel der neuen Produktion von Cactus Junges Theater. Ein Krimi? Nein, ein heiteres wie ernstes Stück für Zuschauer ab 14 Jahren - über Sexualität.

Mittwoch, 10.07.2013, 18:07 Uhr

Eine Party irgendwo bildet den Rahmen für intime Gespräche der anwesenden Gäste.
Eine Party irgendwo bildet den Rahmen für intime Gespräche der anwesenden Gäste. Foto: Ralf Emmerich

Es ist ein einstündiges Stück über Sex. Obwohl nicht mehr nackte Haut zu sehen sein wird als die Hände der jungen Darsteller. Bettszenen gibt es auch keine. Denn mehr als ums Berühren geht es im neuen Stück des Jungen Theater Cactus mit dem Titel „... und mein Puls rast.“ um das „Sich-berühren-lassen“. Also über das, was selten Thema ist, wenn von Sex gesprochen wird.

Das Stück, das am Dienstag (16. Juli) Premiere hat, liegt in den bewährten Händen der Regisseure Barbara Kemmler und Alban Renz . Sie haben bei früheren Cactus-Produktionen, in denen das Thema Sexualität gestreift wurde, bemerkt, dass „die Pornografie zwar ihren Platz in der Sprache der Jugendlichen hat, dass es darüber hinaus aber Fragen über Fragen gibt“, sagt Barbara Kemmler. Und so geht es in der jüngsten Cactus-Inszenierung vor allem darum, „die Diskrepanz zwischen Sex in der öffentlichen Wahrnehmung und dem privaten Erleben der Jugendlichen“ offenzulegen, schildert Alban Renz.

Wie das geschieht? Über eine Theatercollage, die neben Texten choreografische Elemente bietet – zu einer „sehr kruden Musik-Mischung“, so Renz.

Eine Party in abstrahierter Form bildet das Setting, in dem sich Paare über Intimes wie Sexträume, Freundschaften und ehelichen Beischlaf austauschen. Unausgesprochenes, Fantasiertes und Erlebtes hat Dramaturgin Felicitas Spitz – mit sexualtherapeutischer Unterstützung – dafür verarbeitet. Ohne Intimes bei den Darstellern abzufragen. Stattdessen hat sie Interviews mit anderen geführt, deren anonymisierte Aussagen – neben Literarischem und Filmzitaten – nun den dramatischen Stoff für Zuschauer ab 14 Jahren bilden.

Und die jungen Darsteller? Die mussten „erst mal Hemmungen abbauen“, wie Diana Kines (19) den Probenprozess beschreibt. Mal heiter, mal ernst wird das sachliche Thema Sexualität erörtert. Dass dabei auch romantische Vorstellungen, über „das erste Mal“ etwa, auf den Prüfstand geraten, entspricht der Intention der Macher. „Ehrliche Momente“ verspricht Spitz.

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Die Premiere am 16.7. ist ausverkauft. Weitere Termine: 17., 19. und 20.7., jeweils um 20 Uhr. Schulaufführungen sind am 17.7. (mit Gebärdensprachdolmetscher) um 11 Uhr und am 18.7. um 10 und 12.30 Uhr im Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Die Schulaufführungen sind auch offen für Interessierte, Restkarten gibt es noch. Karten (12, erm. 7 Euro): ✆  23 34 43.

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