Neues Stück von Cactus Junges Theater
„Oh, Baby, ja!“

Münster -

Ein Stück rund um Partnerschaft und Sexualität: „... und mein Puls rast.“ es, und auf die Bühne gebracht hat es das „Junge Theater Cactus“.

Mittwoch, 17.07.2013, 17:07 Uhr

Geheime Träume flüstert diese junge Dame dem jungen Mann gerade ins Ohr.
Geheime Träume flüstert diese junge Dame dem jungen Mann gerade ins Ohr. Foto: Ralf Emmerich

Eigentlich sei er gar nicht so süß gewesen, aber weil alle anderen „es” auch schon getan hätten, hätte es eben sein müssen. Zwei junge Frauen sitzen in eleganten Morgenmänteln nebeneinander auf einer Bank, trinken Sekt und sprechen über ihre intimsten Erlebnisse. Die Anfangsszene wirkt wie das Ende einer Party; jetzt muss keiner mehr cool sein. Es ist der passende Moment für ein ehrliches Gespräch unter Freundinnen.

„ ... und mein Puls rast.“, ist der Titel des neuesten Theaterprojekts von „Cactus Junges Theater“, das am Dienstag im voll besetzten Pumpenhaus Premiere feierte. Unter der Regie von Barbara Kemmler und Alban Renz ist eine gelungene Theatercollage entstanden, die das Thema Sex von verschiedenen Seiten beleuchtet – erotisch, emotional, auch mal medizinisch. Texte aus Schreibwerkstätten, Interviews sowie persönliche Erlebnisse und Fantasien hat Felicitas Spitz zu Geschichten verarbeitet, die zehn jugendliche Schauspieler selbstbewusst und mutig auf die Bühne brachten.

Für Romantik bleibt wenig Platz; vor allem das „erste Mal“ ist für die Jugendlichen längst nicht immer „geil“: Ein Mädchen erzählt, wie es mit 14 von einem älteren Jungen „gefickt“ wurde, ein Junge wurde in der Jugendherberge vergewaltigt, ein anderer war betrunken, als es geschah.

Es kann nur besser werden, und so rufen sich Jungs und Mädchen gegenseitig zu, was sie beim Sex nicht mögen – ernst gemeint, aber sprachlich witzig verpackt und gekonnt inszeniert. Wie auch die Partyspiele, bei denen die Akteure Stellung nehmen zu Themen rund um Partnerschaft und Sexualität . Grotesk ist das sogenannte „Orgasmus-Training“, wenn das Publikum animiert wird, „Oh, Baby, ja!“, zu rufen. Oder eine Geschichte beim Sexualtherapeuten, in der es einzig und allein um die angeblich „richtige“ Anzahl sexueller Kontakte geht.

Geradezu rührend wirken dagegen leise Szenen der Annäherung: wenn sich Hände vorsichtig aufeinanderzutasten oder Jungs ihre Mädchen im Tanz schützend von hinten umarmen (Choreografie: Julio Eyimi Mangue). Momente, in denen anklingt, dass zu einer Liebes-Beziehung weitaus mehr gehört als Sex ...

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Weitere Termine: 19. und 20.7., jeweils 20 Uhr. Schulaufführungen am 18.7. um 10 und 12.30 Uhr im Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Restkarten (12, erm. 7 Euro) gibt es noch unter ✆ 23 34 43.

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