Krimi mit 25 Prozent Münster
Lüpkes und Kehrer schreiben am Kollektivroman „Acht“ mit

Münster -

Am Sonntag startet ein in der Literaturlandschaft einmaliges Projekt: das Krimi-Camp. Acht renommierte deutsche Krimi-Autoren, darunter Münsters Krimiautoren-Paar Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer, begeben sich für acht Tage in eine Villa in Brandenburg – und wollen in dieser Zeit nicht weniger als einen kompletten Kriminalroman schreiben. Der Titel des Buchs steht bereits fest, er lautet: „Acht“. Erscheinen wird der Krimi im KBV-Verlag aus Hillesheim.

Mittwoch, 14.08.2013, 22:08 Uhr

Verleger Ralf Kramp war es, der die Idee für das Projekt hatte: „Die Sache ist – unter leichtem Alkoholeinfluss – aus einer Man-müsste-mal-Plauderei mit meinen Krimi-Kollegen Jürgen Kehrer und Sandra Lüpkes entstanden“, sagt Kramp, in dessen Verlag die Eifel-Krimis von Jacques Berndorf erscheinen. Man müsste sich mal mit ein paar befreundeten Autoren für eine Weile einschließen und sehen, was dabei herauskommt.

Aus dem „Man müsste mal“ wurde ein „Das machen wir jetzt einfach mal“. Kramp suchte einen Ort – und fand ihn in einer alten Villa im brandenburgischen Mescherin ( Landkreis Uckermark ), einem Gutshaus aus dem Jahr 1874, das heute als Ferienhaus gemietet werden kann. Dieses Haus, einen Steinwurf von der polnischen Grenze entfernt, wird nun für eine Woche ein Zentrum der mörderischen Fantasie: Mit von der Partie sind neben Kramp, Wilsberg-Erfinder Jürgen Kehrer und Sandra Lüpkes – damit wird der Krimi quasi 25 Prozent Münster enthalten. Ferner machen mit: Deutschlands „König des kulinarischen Krimis“, Carsten Sebastian Henn (Köln), Tatjana Kruse (Schwäbisch-Hall), Kathrin Heinrichs (Menden/Sauerland), Sabine Trinkaus (Bonn) und Peter Godazgar (Halle an der Saale).

Ein Roman in einer Woche – ist das zu schaffen? Einigen Teilnehmern kommt das entgegen: „Beim Roman schreiben habe ich selten einen genauen Plan, eher nur eine Idee oder ein Konzept, bevor ich mit dem Schreiben beginne“, sagt Lüpkes. Keine Angst vor der berüchtigten Schreibblockade? Das Oktett hofft auf eine Form der Konkurrenz, die letztlich beflügelnd wirkt. Lüpkes: „Am meisten freue ich mich auf die Abende, wenn wir uns gegenseitig die Ergebnisse des Tages vorlesen und der Roman so mehr und mehr sichtbar wird.“

Wilsberg-Erfinder Kehrer resümiert mit trockener Ironie: „Vor uns hat das noch niemand gemacht, nach uns wird das bestimmt auch niemand mehr machen. Trotzdem bin ich froh, dabei zu sein.“ Das Ergebnis wird es ab November im Buchhandel geben. Totsicher.

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