Adam-Riese-Show im Pumpenhaus
Fröhliches Frotzeln

Münster -

Die Promis gehen dem Charmeur Adam Riese nicht aus. Er ruft – und sie kommen zu ihm auf die Couch. Wobei sich ein Trend abzuzeichnen scheint: zwei bis drei Witzbolde und mittendrin eine tolle Sängerin – dann läuft’s.

Montag, 07.10.2013, 19:10 Uhr

Die „Buschtrommler“ Ludger Wilhelm (l. vorne) und Andreas Breiing (r.) singen bei Adam Riese, begleitet von den „Original Pumpernickeln“, eine Hymne aufs Münsterland.
Die „Buschtrommler“ Ludger Wilhelm (l. vorne) und Andreas Breiing (r.) singen bei Adam Riese, begleitet von den „Original Pumpernickeln“, eine Hymne aufs Münsterland. Foto: Tom Heyken

Die Blätter vor dem Pumpenhaus färben sich golden, und Show-Assistentin Isabelle präsentiert ihre westfälischen Leckereien im „Oktoberfest-Dirndl“. Nur Moderator Adam Riese zeigt sich vom Herbst unbeeindruckt. Seine Münster-Pointen sind frech und frühlingsfrisch. Und die Promis gehen dem Charmeur nicht aus, wobei sich ein Trend bei seiner Show abzuzeichnen scheint: zwei bis drei Witzbolde und mittendrin eine tolle Sängerin.

So war es auch am Sonntag, als sich das münsterische Kabarett-Duo „Die Blechtrommel“ und der TV-erprobte Streifenpolizist Torsten „Toto“ Heim zum fröhlichen Frotzeln auf die Couch begaben – und die nicht minder fröhlichen Gesangsnummern (weitgehend) Kathrin Mander überließen.

Sie hat eine große stilistische Bandbreite, widmete sich aber an diesem Abend dem Pop der Siebziger und Achtziger („Ich bin ein totales Disco-Mäuschen“). Mander und Kolleginnen wurden süffig unterstützt von Markus Paßlicks „Original Pumpernickeln“. Die quirlige Künstlerin hat im Leben so manche steile Karriere-Kurve genommen: Zunächst ein Studium der Japanologie, dann blaue Flecken als erstes Stuntgirl des Bavaria-Filmparks im Jahr 1992. Danach konnte sie auch eine Herrensitzung im Ruhrgebiets-Karneval nicht mehr schocken. Die Klamotten blieben an!

Schocken kann auch Münsters „Buschtrommler“ Andreas Breiing und Ludger Wilhelm nichts – auch nicht der blanke Hintern, den Student Breiing vor Jahrzehnten der Urlaubskamera präsentierte (kein Foto dieser Art entgeht Adam Riese!). Die Buschtrommler können auf die meisten Kabarettpreise der Republik verweisen. Allerdings schien die erste Nummer recht angejahrt. Jene zwei „Nazi-Opa“-Karikaturen, die da vor der grünen Apokalypse warnten, hätten eher in die frühen 90er Jahre gepasst. Als Fischer, Trittin und Co. noch keine Polit-Rentner, sondern scharf auf das erste Regierungsamt waren. Allerdings: Eine grüne Verteidigungsministerin Roth wäre gut. „Roth schreckt ab!“

Andreas Breiings (evangelische!) Familie ist übrigens seit „gefühlten Jahrtausenden“ in Münster heimisch. Auch der prominente Freund und Helfer Torsten Heim („Toto und Harry“, Sat 1) hatte „’ne Omma in Telgte“ und Familie in der Domstadt, ist aber Bochumer, worauf sein Ruhrpott-Shirt klar verweist. Der Polizist plaudert locker vom Hocker und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Das wird auch dem Letzten klar, wenn „Toto“ über sein Engagement für todkranke Kinder spricht – und plötzlich von Rührung übermannt wird. Ein Bulle mit Seele.

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