Wundertüte voll Überraschungen
15. Filmfestival Münster zeigt im Cineplex breites Angebot mit hoher Qualität

Münster -

„Ich war seit Mai nicht mehr im Kino. Dabei gehe ich so gern.“ Aber Nicky Schulte hat als Leiterin des 15. Filmfestivals Münster Hunderte Filme sehen müssen. So viele wie nie zuvor. 70 Beiträge für den europäischen Spielfilmwettbewerb, über 560 für den Kurzfilmwettbewerb und noch ein paar mehr. Sie und ihr Team haben die Vielversprechendsten herausgefiltert, präsentieren sie vom 9. bis 13. Oktober in vier Sälen des Cineplex’ und hoffen, dass das Publikum neugierig ist.

Mittwoch, 02.10.2013, 21:10 Uhr

Auf die Plätze, fertig, los: Winfried Bettmer und Nicky Schulte haben fürs Filmfestival alles vorbereitet. Nächste Woche fällt der Startschuss.
Auf die Plätze, fertig, los: Winfried Bettmer und Nicky Schulte haben fürs Filmfestival alles vorbereitet. Nächste Woche fällt der Startschuss. Foto: Gerhard H. Kock

Neben den drei Wettbewerben Spielfilm, Kurzfilm und Jugendfilm stehen sechs Reihen mit mehr als hundert Filmen im Rahmen- und Sonderprogramm: In den Festivalnächten ist die Horrorfilm-Reihe „Unheimlich & Böse“ mit der Deutschland-Premiere des schaurigen US-Remakes „We Are What We Are“ zu sehen. In der „Münster-Connection“ mit Produktionen aus der Region wird erstmals ein kleiner Publikumspreis vergeben.

In der Dokumentarfilmreihe empfiehlt Schulte „The End of Time“, der in sog­artigen Bildern die Frage stellt, wann die Zeit begann. Die besten Kurzfilme Europas sind in „Short Matters“ zu sehen. Und in „One of Us Cannot Be Wrong“ wird in der Kunsthalle Münster Videokunst gezeigt.

In beiden Jurys für Kurz- und Langfilm sitzen Schauspieler und Regisseure wie Tom Lass („Krabat“), Julia Hummer („Crazy“), Ermin Bravo (Oscar-Preisfilm „Cirkus Columbia“ und Angelina Jolies „In the Land of Blood and Honey“) und Peter Lichtefeld, der nicht nur Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie ist, sondern in „Wilsberg und der stumme Zeuge“ auch Regie führte.

„Wir zeigen ein breites Angebot mit hoher Qualität“, fasst Nicky Schulte das Besondere des 15. Filmfestivals zusammen, das diesmal mehr Produktionen als jemals zu zuvor präsentiert. Zugleich könnte es das letzte sein. Denn zur Finanzierung der 170 000 Euro fehlen noch 20 000 Euro. Die Stadt Münster bezuschusst das Festival mit 12 400 Euro pro Jahr. Die Privatwirtschaft indes zeigt sich spröde. „Kultursponsoring abseits des Mainstream scheint wohl ein Hirngespinst zu sein“, bedauert Schulte. Die Verwaltung vom Oberbürgermeister bis zum Kulturamt habe getan, was sie tun konnte. Ob es ein Filmfestival im Jahr 2015 geben wird, steht damit in den Sternen.

Jetzt hofft das kleine Organisationsteam von der Filmwerkstatt erst mal auf viele Besucher, damit das Filmfestival zumindest eine Perspektive habe. Beim vorigen Filmfestival kamen 6500 Besucher.

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