Afrikanische Autoren lesen in Münster
Vergessene Gräuel

Münster -

Simbabwe im Jahr 1982. Seit zwei Jahren ist das Land unabhängig. Doch statt friedlicher Einheit beginnt ein grausamer Massenmord, beauftragt durch den Präsidenten Mugabe. Die Erlebnisse der 14-jährigen Rudo während dieses Konfliktes beschreibt der Simbabwer Christoph Mlalazi in seinem Roman „Wegrennen mit Mutter“, den er jetzt in der „Brücke“ (Internationales Zentrum der Universität) vorstellte.

Freitag, 01.11.2013, 15:11 Uhr

Christoph Mlalazi und Beate Reker bei der Lesung.
Christoph Mlalazi und Beate Reker bei der Lesung. Foto: Henrik Oerding

Afrika steht oft als Hilfsempfänger da; wir wollen zeigen, dass auch großartige Kultur von dort kommt“, so Anna Stelthove-Fend von der „Afrika-Kooperative Münster “. Die münsterische Schauspielerin Beate Reker las die Übersetzung, Mlalazi in seiner Heimatsprache Ndebele und aus der englischen Übersetzung.

„Running with mother“, wie das Buch im Original heißt, erzählt eine Geschichte aus der Zeit des Genozids am Volk der Ndebele, dem sogenannten Gukurahundi. Zwischen 1982 und 1987 fanden nach Schätzungen mindestens 20 000 Menschen den Tod, ermordet von Regierungstruppen. Der simbabwische Präsident Robert Mugabe gab vor, „Dissidenten“ jagen zu wollen. In der Realität wurde getötet, wer Ndebele sprach, sagt Mlalazi. Heute ist es in Simbabwe offiziell verboten, über den Gukurahundi zu sprechen. Mlalazi will mit seinem Buch Aufmerksamkeit für ein Kapitel der Geschichte schaffen, das totgeschwiegen wird.

Zum Thema

Die nächste Veranstaltung mit einem afrikanischen Autoren findet am 10. November um 13 Uhr in der Brücke (Wilmergasse 2) statt.

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