Poetisch, witzig, sexy
Münsterische Ensemble begeisterten beim 21. Tanzfestival im Großen Haus

Münster -

Tanz ist vielleicht dann am prägnantesten, wenn sich mit ihm Geschichten erzählen lassen. Beim 21. münsterischen Tanzfestival, das im ausverkauften Großen Haus vom Publikum begeistert gefeiert wurde, kamen einige Choreographien auf die Bühne, die sich mit Leben füllen ließen.

Montag, 02.12.2013, 18:12 Uhr

Die Breakdance-Inszenierung von „TOS“ war einer der herausragenden Shows beim 21. Tanzfestival im Theater Münster.
Die Breakdance-Inszenierung von „TOS“ war einer der herausragenden Shows beim 21. Tanzfestival im Theater Münster. Foto: Oliver Berg

Angefangen von der Compagnie „Schrittwechsel“ (Leitung: Doris Gillmann ), die das Thema Warten in eindeutigen Posen darstellte, über humorvoll dargebotene Tanzgymnastik-Szenen, in denen Schülerinnen des Move-on Studios (Leitung: Astrid Brinkmann ) augenzwinkernd Lampenfieber reflektierten, bis hin zu Isabel Bernhards dramaturgisch und tänzerisch gelungener Choreographie für das Ensemble der „Tanzprojekte Heidi Sievert“: Ein Junge umwirbt ein Mädchen, bis er einmal danebengreift. Eine Säge ist nun wirklich kein romantisches Geschenk, aber wenn ein Motor dranhängt, kann ein schöner, schneller Tanz daraus werden.

Insgesamt zwölf Compagnien waren an dem mehr als zweieinhalb Stunden dauernden Abend zu sehen, der, unterhaltsam moderiert von Matthias Bongard, ein breites tänzerisches Spektrum, diverse choreographische Handschriften und mitunter bemerkenswert hohes Niveau bot. Wunderschön-lyrisches Ballett zeigte Spitzentänzerin Tina Vasilaki, die an der Seite von Fernando Moraga als „Dimension Dance Company“ begeisterte, Anna Rietmann ließ die Deutschen Vizemeister ihrer „Hip Hop Academy Allstars“ auftreten und die versierte Tänzerin Carmen López brachte im Flirt mit Sänger Juan Penas leidenschaftlichen Charaktertanz auf die Bühne. Anders dagegen das Solo von Katrin Banse („Triebtier“). Zwar schien auch sie von Schlagzeuger Benjamin Kövener wie magisch angezogen zu sein, ein Happy End gab es jedoch nicht.

Abstrakten Tanz präsentierte die Rebel Dance Company, wenn sie Ulrich Schultheiß ` Cello-Musik in Choreographie übersetzte, ebenso wie Lajos Orosz, der mit seiner Modern Jazz-Choreographie kosmischer Energie nachspürte. Ingo Meichsner von der Ballettschule Tenbrock ist eine poetische Choreographie gelungen, die sieben flüsternde Tänzerinnen in traumhafte Zustände versetzte. Herausragend war die Breakdance-Inszenierung von TOS (Idee: Kornelia Guziur, Choreografie: Bruno De Carvalho ). Vier durchtrainierte Athleten zeigten atemberaubende Saltos und boten mit ihrem Sexappeal die ganz große Show.

Julio Acevedos Balletto Dance Company schließlich bot mitreißenden Tanz zu live gespieltem Didgeridoo. Großartige Solisten machten Lust auf mehr. Am 28. Dezember treten sie in einer internationalen Gala erneut auf; Restkarten an der Theaterkasse: ✆ 5 90 91 00.

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