Zwei Tanzstücke im Pumpenhaus
Plaudernde und knutschende Paare

Münster -

Verena Billinger und Sebastian Schulz stehen nackt nebeneinander auf der Bühne des Pumpenhauses und mimen ein durchschnittliches Paar mit ganz gewöhnlichen Beziehungsproblemen, wie sich allmählich herausstellt. Denn alsbald treten sie im Partnerlook mit Mikrofon auf und plaudern aus dem Nähkästchen.

Sonntag, 19.01.2014, 16:01 Uhr

Man kann sich auch romantischer küssen: Diese beiden hier versuchen es mit akrobatischer Verrenkung.
Man kann sich auch romantischer küssen: Diese beiden hier versuchen es mit akrobatischer Verrenkung. Foto: Gerhard F. Ludwig

Mit Vortrags-Zetteln ausgestattet, liefern sie diverse Versionen ihres Zusammenseins: Mal sind sie drei, mal fünf Jahre ein Paar, dann wiederum waren sie nie wirklich zusammen. Dennoch erfahren die Zuschauer dieser schlecht besuchten Vorstellung, wie sie sich kennengelernt haben. Dass sie eine Fernbeziehung hatten, kommt zur Sprache, oder dass sie bald zusammenzogen und gern ins Café gingen, bis sie sich schließlich auseinanderlebten. Und dass sie bis heute gern zusammenarbeiten, auch wenn sie viel streiten.

Was letztlich stimmt, bleibt ungewiss, ist aber auch gar nicht so wichtig, denn so nüchtern wie die beiden Performer ihre Liebe hier darstellen, verliert man schnell das Interesse. Da hilft es auch nicht, dass die beiden anschließend, Grimassen schneidend, über die Bühne kugeln oder sich in einem Kindertänzchen selbstironisch auf die Schippe nehmen. „First Life – ein Melodram“ kratzt inhaltlich nur an der Oberfläche und wirkt auch ästhetisch weitgehend uninspiriert.

Noch extremer gestaltete sich das zweite Stück des Abends, „Romantic Afternoon“, eine Performance, die einzig und allein aus Küssen besteht. Drei Frauen und drei Männer stehen auf der Bühne, nähern sich einander an. Anfangs scheinen sie sich nicht zu trauen, dann werden sie immer mutiger und finden in wechselnden Paarkonstellationen zusammen, seien sie homo- oder heterosexuell. Irgendwann allerdings liegen alle übereinander, Paare rollen küssend über die Bühne oder rutschen über den Boden, wo ein Partner fehlt, wird stumpfsinnig ins Leere geküsst. Verena Billinger und Sebastian Schulz haben beide an der Universität in Gießen Angewandte Theaterwissenschaften studiert, irgendetwas werden sich die jungen Künstler mit ihren Stücken wohl gedacht haben. Fragt sich nur, was?

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