Kölnerin bringt Risikofreude zurück
Stephanie Thiersch und „Mouvoir“ laden zur Akrobatik der Entgrenzung

Münster -

Wir Neuzeitmenschen sind wahnsinnig aufgeklärt . . . Haben den Aberglauben abgeschafft. Und den Anschluss ans Archaische gekappt. Alles sehr fortschrittlich. Aber der Kopf wird schwer und der Gang steif vor lauter Vernunft. Wo bleiben Wildheit, Irrwitz, Karneval? Die Kölner Choreographin Stephanie Thiersch bringt mit ihrer Compagnie „Mouvoir“ die Risikofreude zurück.

Dienstag, 28.01.2014, 18:01 Uhr

Die Fabelwesen bleiben nicht lange am Boden. In „Corps Étrangers“ wird in den Lüften getanzt.
Die Fabelwesen bleiben nicht lange am Boden. In „Corps Étrangers“ wird in den Lüften getanzt. Foto: Martin Rottenkolber

Zumindest auf die Bühne. Ihre Performance „Corps Étrangers“, die sie am Wochenende im Pumpenhaus zeigt, hebt ab vom Boden der Tatsachen. Sie verlässt mit dem Stück im wahrsten Sinne des Wortes den Boden der Tatsachen und widmet sich risikofreudig karnevalesken Tierstudien und fantastischer Ethnologie. Was ist ein Mensch, wenn er seiner sogenannten Normalität beraubt wird?

Mit internationalem Ensemble fusioniert Thiersch Tanz und Neuen Zirkus zu einer spektakulären Akrobatik der Entgrenzung . Nicht von ungefähr kennen Seilartisten den „danse verticale“. Das Stück ist Körperkunst für Fabelwesen zwischen Mensch und Tier. Die kriechen, klettern, fliegen, spielen. Als Vierfüßler oder schwerkraftlos. Die Moderne soll überlegen sein? Der Fantasie sicher nicht. Ein Abend für alle, die unter Seele nicht schwäbisches Weißbrotgebäck verstehen.

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Vorstellungen sind am Freitag (31. Januar) und Samstag (1. Februar) um 20 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Karten gibt es im WN-Ticket-Shop oder unter ✆ 23 34 43.

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