Steinway-Wettbewerb in Münster
Vier Finalisten und eine klare Siegerin

Münster -

2012 wurde der Steinway-Wettbewerb ins Leben gerufen. Studierende der münsterischen Klavierklassen stellen sich im Finale dem Votum der Jury. Mit ihrer Interpretation der „Miroirs“ von Ravel sicherte sich Jihye Lee den ersten Preis.

Sonntag, 02.02.2014, 17:02 Uhr

Die Steinway-Preisträger (v. l.) Stefan Schirjajew, Jihye Lee, Jisun Yun und Yuka Shindo.
Die Steinway-Preisträger (v. l.) Stefan Schirjajew, Jihye Lee, Jisun Yun und Yuka Shindo. Foto: spe

Es gibt vier Teilnehmer und vier Preise – also auch vier Preisträger. Für die Jury eines Klavierwettbewerbs sind das außergewöhnlich komfortable Bedingungen. Beim dritten münsterischen Steinway-Wettbewerb traten vier Finalisten aus den Klavierklassen der Musikhochschule Münster im Pianohaus Micke gegeneinander an. Ein schönes Konzert mit vier professionellen Leistungen auf hohem Niveau.

Die Krone gebührt Jihye Lee. Die aus Seoul stammende Pianistin studiert bei Peter von Wienhardt und bereitet sich aufs Konzertexamen vor. Sie serviert schlankerhand die anspruchsvollen „Miroirs“ von Ravel. Hochvirtuos und packend die „Alborada del gracioso“, wunderbar delikat die „Oi­seaux tristes“, dazu eine klangvolle „Barque sur l‘océan“ – mit dieser fesselnden, künstlerisch reifen Interpretation überzeugt Jihye Lee die Jury um die Professoren Michail Markov (Enschede) und Bob Versteegh (Detmold) auf Anhieb. Der erste Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Ravel ist der Komponist des Abends. Yuka Shindo entschlüsselt mit sportlichem Zugriff die monumentale Klavierfassung von „La Valse“ und zeigt überdies mit einer feinen Liszt-Rigoletto-Paraphrase ein glückliches Händchen fürs elegant Virtuose. Das ist einen zweiten Preis und 500 Euro wert.

Zwei gleichrangige dritte Preise (je 250 Euro) für Jisun Yun und Stefan Schirjajew. Die eine überzeugt vor allem mit einer geschmackvoll auf den großen Flügel übertragenen Händel-Suite, der andere mit zwei jazzigen Kleinigkeiten aus „Play Piano Play“ von Friedrich Gulda. Nicht wenige Zuhörer im Saal erklären gerade das erste dieser charmanten Stücke zu ihrem heimlichen Favoriten. Gute Wahl.

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