Aus Freude am Gesang
Über 500 Münsteraner beim Rudelsingen von David Rauterberg

Münster -

Im November 2011 fing das Rudelsingen mit 100 Leuten im Theatertreff an. An Donnerstagabend trafen sich beim 22. münsterischen Rudelsingen über 500 Münsteraner, um in der großen Jovel Music Hall gemeinsam frei von der Leber weg zu singen. Der Erfinder dieser Gemeinschafts-Liederabende ist David Rauterberg. WN-Redakteur Gerhard H. Kock sprach mit ihm über den Abend, den Erfolg und die Gründe dafür:

Freitag, 14.02.2014, 23:02 Uhr

Der Mensch will in Gemeinschaft singen, sagt David Rauterberg und hat deshalb das „Rudelsingen“ erfunden. Immer mehr singen mit.
Der Mensch will in Gemeinschaft singen, sagt David Rauterberg und hat deshalb das „Rudelsingen“ erfunden. Immer mehr singen mit. Foto: Oliver Werner

Mehr als 500 Sänger im Jovel. Wie war’s?

Rauterberg : Grandios. Muss ich wirklich sagen. Wir haben zum erst Mal Klassik gesungen. Der Raum funktionierte gleich vom ersten Lied an: „Aber bitte mit Sahne“. Das Highlight war, als wir „Highway to Hell“ und gleich danach den Gefangenenchor aus Nabucco gesungen haben. Die Leute sind ausgeflippt. Es war so schön zu erleben, dass beides geht und schön klingt.

Gibt es für die Anzahl der Mitsänger eine Obergrenze?

Rauterberg: Ich sage: Nein. Im Westfalenstation singen 80 000 Menschen! Aber es kommt beim Rudelsingen immer auf den Raum und Sound an, die Technik muss stimmen. Auf dem Kreuzviertelfest voriges Jahr waren wir schon tausend Leute. Und das machen wir dieses Jahr auch wieder am Sonntagabend. Beim Rudelsingen auf dem Schlossplatz allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es sich verliert.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Rauterberg: Ich mache seit 25 Jahren Musik. Habe dabei auch Gospelmusik gemacht, wo ich das Gemeinschaftssingen schon mal erlebt habe. In Köln habe ich selbst mal mit 600 Menschen gesungen. Da bin nach Hause gefahren und habe mir gesagt, das machen wir in Münster auch. Gleich beim ersten Mal im Theatertreff kamen 100 Leute. Der Schlossgarten war auch schnell zu klein. Seit 2014 sind wir mit drei Teams in über 20 Städten unterwegs.

Gibt es ein Stammpublikum?

Rauterberg: Viele sind von Anfang an dabei. Aber wir fragen auch immer, wer zum ersten Mal da ist. Am Donnerstag waren es ungefähr 80.

Warum glauben Sie, ist diese Form des Singens so beliebt?

Rauterberg: Wir haben was wiederentdeckt, was immer da war. Es ist ein Grundbedürfnis, mit vielen Menschen zu singen. Früher war das in der Kirche so – aber dort gehen ja nicht mehr so viele hin. Oder im Stadion, da gehen aber nicht alle hin.

Warum gehen dann nicht mehr Leute in die Chöre?

Rauterberg: Im Chor ist das Problem, dass man oft die Zeit nicht hat, jede Woche zur Probe zu gehen. Und im Chor werden Lieder erarbeitet. Was fehlt ist, einfach nur zu singen. Beim Rudelsingen singen wir einfach. Außerdem sagen viele Menschen, ich kann nicht singen. In der Menge fallen die schiefen Töne dann nicht auf.

Wie ist der Anteil zwischen Männern und Frauen?

Rauterberg: Wenn wir in einer Stadt anfangen, kommen Frauen ab 40 Jahren. Die bringen nach und nach die Männer mit. Und die bringen nach und nach die Jüngeren mit. In Münster reicht das Altersspektrum inzwischen von 20 bis 85 Jahren. Und in Münster nähern wir uns auch einem Männeranteil von 50 Prozent.

Warum singen Männer eher weniger?

Rauterberg: Männer tun sich schwerer, sich auf so ein Format einzulassen – bis sie infiziert sind. Manche Männer reisen uns sogar mit ihren Gangs hinterher.

Wie oft findet das Rudelsingen statt?

Rauterberg: Münster ist die einzige Stadt, in der wir inzwischen monatlich sind. Öfter wollen wir es nicht anbieten. Es braucht auch ein bisschen das Warten darauf. Die Nachfrage ist groß. In Osnabrück zum Beispiel ist das Rudelsingen schon zwei Monate vorher ausverkauft.

Wann ist das nächste Rudelsingen in Münster?

Rauterberg: Am 10. März. Wir haben schon 250 Anmeldungen.

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