Julia Arztmann zeigt textile Intervention in der Überwasserkirche
Drachen bewachen das Kirchenzelt

Münster -

Die Kinder stürmen sogleich den neuen Mittelpunkt in der Kirche, die Erwachsenen stehen noch staunend davor. „Von jedem etwas“ heißt die textile Intervention von Julia Arztmann in der Überwasserkirche, die sie zusammen mit Mitgliedern der Gemeinde genäht und installiert hat. Mitten im leeren Kirchenraum befindet sich jetzt unter einem Baldachin eine Oase aus Kissen und Getier, die es in ihrer Farbigkeit mit den Kirchenfenstern aufnehmen kann.

Donnerstag, 20.03.2014, 17:03 Uhr

Kunsthistorische Bezüge: Julia Arztmann (kl. Bild, rechts) zeigt in der Überwasserkirche ihre textile Intervention, die Bezug auf den Kirchenraum nimmt.
Kunsthistorische Bezüge: Julia Arztmann (kl. Bild, rechts) zeigt in der Überwasserkirche ihre textile Intervention, die Bezug auf den Kirchenraum nimmt. Foto: kok

Damit wird Arztmann dem Fastenzeit-Leitwort, „Du führst mich hinein ins Weite . . .“, gerecht. Und ihr Titel „Von jedem etwas“ ist wörtlich zu nehmen. Die Gemeindemitglieder Liebfrauen-Überwasser haben Stoffe gespendet und mit der Künstlerin in der Kirche gearbeitet, für die diese neue Erfahrung „total spannend“ war: „Die meisten kannten sich vorher gar nicht“, berichtet Arztmann. „Und dann so etwas Schöpferisches inmitten der Kirche zu tun, das fand ich toll.“

Herausgekommen sind großflächige bunte Segel, die eine Kissenlandschaft überspannen. Bei Tageslicht ist die Kirchenhalle erfüllt mit bunten Lichtern. Dieser Raum im Raum wird an den Ecken von Drachen in schrillen Farben und Mustern flankiert. Die hat Arztmann dort hingesetzt und damit die Drachenmotive an den Beichtstühlen aufgegriffen.

Auch die Gemeindemitglieder entdeckten die Symbolik in der Kirche für sich und griffen sie in ihren Arbeiten auf – Ostersymbole zum Beispiel wie die Tiere Phönix (Sieg über den Tod), Pelikan (Christus, der sein Blut für die Glaubenden gegeben hat), Hahn (Mahner zur Umkehr) und Pfau (unsterbliches Leben).

Das Ziel dieses Kunstprojekts, den Besuchern neue Kirchen-Raum-Erfahrungen zu ermöglichen, wurde gleich bei der Eröffnung deutlich. In einer Mischung aus Geborgenheit und Gemütlichkeit entstand sofort das, was sich die Initiatoren davon erhoffen: ein „Frei-Raum“ für Ruhe und Gespräch, für Austausch und Geschichten, die sich die Besucher einander erzählen.

Zum Thema

Am Sonntag (23. März) um 17 Uhr lädt die Erzählerin Lisa Kötter in dem Zelt zu Geschichten zwischen Himmel und Erde ein. Die Finissage findet am 4. April in der Überwasserkirche statt.

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