Zeitgenössischer Tanz aus Südafrika
Spannungsvoll und rätselhaft

Münster -

Zwei Tänzer stehen Hand in Hand auf der Bühne. Mit ihren schwarzen Brillen und den beigen, kurzen Hosen zu ihren ärmellosen Hemden sehen sie beinahe identisch aus. Dann beginnt einer der beiden zu tanzen, der andere fällt mit ein. Wenn sie sich mit kraftvollen Sprüngen über die Bühne bewegen und ihre Arme in rasantem Tempo in die Höhe schnellen lassen, scheinen sie gegen imaginäre Widerstände zu kämpfen.

Sonntag, 23.03.2014, 18:03 Uhr

Fröhlich und verspielt war die Choreografie „Wake up“ mit jungen Tänzern aus Afrika.
Fröhlich und verspielt war die Choreografie „Wake up“ mit jungen Tänzern aus Afrika. Foto: John Hogg

„Between Us“ ist ein Duett von Fana Tshabalala, der als Choreograf beim südafrikanischen Vuyani Dance Theatre engagiert ist. Mit zwei Tanzstücken eröffnete die Kompagnie im Pumpenhaus jetzt das Festival „Dance Dialogues Africa“, ein Austauschprojekt, das afrikanische Tanzzentren mit europäischen Partnern vernetzt. Bis zum 12. April treten noch zwei weitere Gruppen auf.

Zeitgenössischen Tanz aus Afrika sieht man hierzulande selten, entsprechend ungewohnt, mitunter auch rätselhaft wirken Ästhetik und Bewegungssprache. Laut Programm loten die beiden Tänzer Macht- und Missbrauchsgefälle in Beziehungen aus, wenn sie sich zu Boden fallen lassen und hilflos auf dem Rücken liegen bleiben, einander zum Stolpern bringen oder durch den Raum humpeln, als seien sie verletzt. Irgendwann scheint einer der beiden außer sich, steht zitternd auf der Bühne, bis der andere beruhigend seine Hand auf den Kopf des Partners legt. Ein dynamisches, spannungsvolles Tanzstück.

Der zweite Teil des Abends, „Wake up“, ist eine Gruppenchoreografie des Choreografen-Duos Florent Mahoukou (Kongo) und Gregory Maqoma ( Südafrika ). Fröhlich und verspielt wirken die jungen Tänzer, wenn sie sich mit bestechendem Hüftschwung und traditionell anmutendem Tanz vor dem Publikum präsentieren. Die erste macht es vor, die übrigen fünf ahmen nach, bis plötzlich drei über einen herfallen und ihn niederschlagen. Ein Mann nimmt sich des Verletzten an, wirbelt ihn durch die Luft, setzt ihn anderen auf die Schultern. Inhaltlich geht es in dieser noch unausgereift wirkenden Choreografie um die Suche nach gemeinsamen (Lebens-)Räumen. Das lässt sich auch politisch verstehen, wenn am Ende eine Stimme aus dem Off tönt, die davon spricht, dass ein neues Afrika entstehen soll – in Liebe, grenzenlos.

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