Tanz-Performance im Pumpenhaus
Traumreiche Nächte

Münster -

Zwei weiß gekleidete Figuren stehen auf Sockeln, über alle Welt erhaben: Er trägt einen Schwalbenschwanz, sie ein elegantes Kleid. Wie Königin und König grüßen sie imaginäre Bewunderer, strahlend der Mann, wenn er sein Publikum mit hochgereckten Armen in Siegerpose begrüßt, elitär und schön die Frau, wenn sie ihre Hand wie zum Kuss darbietet. Zuvor haben sie im Flüsterton von Körpern gesprochen, die nach und nach auf der Bühne erscheinen werden. Es geht um diverse Bewusstseinszustände in traumreichen Nächten, um Szenen, die nicht immer leicht zu entschlüsseln sind und dennoch faszinieren, stehen hier doch zwei Persönlichkeiten von charismatischer Ausstrahlungskraft auf der Bühne.

Sonntag, 06.04.2014, 17:04 Uhr

Ein meditativer Moment der Berührung: Kettly Noël (r.) und Koffi Kôkô  im Pumpenhaus
Ein meditativer Moment der Berührung: Kettly Noël (r.) und Koffi Kôkô  im Pumpenhaus Foto: Katja Illner

Musikalisch unterstützt werden die beiden Performer von dem Kölner Trompeter und Komponisten Udo Moll ; mit seiner klackenden, rauschenden Klangkulisse erzeugt er eine surreale Stimmung, die vom ersten Moment in ihren Bann zieht.

Kettly Noël und Koffi Kôkô, die im Rahmen von „Dance Dialogues Africa“ im Pumpenhaus zu sehen waren, gehören zu den profiliertesten Tanzkünstlern ihres Landes. Der aus Benin stammende Kôkô wird mit seinen Solo- und Ensemblestücken weltweit zu Festivals eingeladen, Kettly Noël leitet das Kunstzentrum Donko Seko in Bamako und ist als Tänzerin weltweit vernetzt. Mit ihrer Gemeinschaftsproduktion „Un Tango avec le Baron“ gelingt ihnen eine spannende Symbiose aus traditionellem, afrikanischem Tanz und zeitgenössischen Bewegungen, wobei Kôkô deutlich präsenter wirkt als seine Partnerin. Wenn er sich mit zuckenden Bewegungen und geschlossenen Augen vorwärts bewegt, die Finger zu Krallen verbiegt oder seine Arme wie Vogelschwingen tanzen lässt, scheint er wie in Trance. Und wenn er einen einsamen Tango tanzt, wirkt er wie entrückt.

Dramaturgisch ist mitunter schwer nachvollziehbar, was die beiden Figuren miteinander verbindet oder trennt, zumal sie über weite Strecken solistisch agieren. Umso fesselnder wirken Momente, in denen sie sich einander annähern.

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