Diskussion zur Kulturpolitik in Münster
Kultur braucht eine Lobby

Münster -

Natürlich dreht sich alles ums Geld. Das erfuhren 100 Zuhörer im Hauptraum des Geo-Museums am Samstag. Die Initiative „moNOkultur Münster“ hatte mit Bedacht mitten in eine Baustelle eingeladen, um zum Thema „Heute keine heiße Luft“ das Kultur- und Förderverständnis örtlicher Politiker zu erforschen.

Sonntag, 18.05.2014, 16:05 Uhr

Mitten in der Baustelle des Geo-Museums erklärten Ortspolitiker, wo ihre Parteien kulturell stehen. Auf dem Podium (v.l): Rüdiger Sagel (Die Linke), Heinrich Götting (FDP), Tim Rohleder (Bündnis 90/Die Grünen), Beate Vilhjalmsson (SPD), Dr. Dietmar Erber (CDU) und Martin Gutsch (Piratenpartei). Es moderierte Adam Riese (5.v.l.
Mitten in der Baustelle des Geo-Museums erklärten Ortspolitiker, wo ihre Parteien kulturell stehen. Auf dem Podium (v.l): Rüdiger Sagel (Die Linke), Heinrich Götting (FDP), Tim Rohleder (Bündnis 90/Die Grünen), Beate Vilhjalmsson (SPD), Dr. Dietmar Erber (CDU) und Martin Gutsch (Piratenpartei). Es moderierte Adam Riese (5.v.l. Foto: Schneider

moNOkultur “-Sprecherin Nicky Schulte stellte die Initiative als Interessenvertretung von 3000 Kulturschaffenden vor. Dann eröffnete Moderator Adam Riese die Rede-Runde. Rüdiger Sagel ( Die Linke ) forderte: „Es muss auch mehr Geld in die freie Szene hinein!“ Solche finanziellen Mittel könnten aus Steuererhöhungen oder einem Ausstieg der Stadt aus dem FMO kommen. Heinrich Götting ( FDP ) äußerte sich liberal: „Kultur ist eben auch die Frage, wer macht was wie wo und wann.“ Tim Rohleder (Bündnis 90/Die Grünen) benannte Kultur als wichtigen Faktor der Stadtgesellschaft. Beate Vilhjalmsson (SPD) forderte die Beteiligung der freien Szene am Kulturentwicklungsplan. Dr. Dietmar Erber (CDU) lobte „moNOkultur“ als Ansatz zur Bündelung der Interessen freier Kunstschaffender. Und Martin Gutsch (Piratenpartei) forderte ein kommunales Proben- und Kulturzentrum, beispielsweise in einer leer stehenden Schule.

Dieser Idee stimmten die übrigen Politiker zu. Die Finanzierung weiterer Hilfen sorgte jedoch für Debatten. Vilhjalmsson verwies auf die umstrittene Bettensteuer als Geldquelle. Götting riet zur Bündelung der Finanzierungsmöglichkeiten. Erber sprach sich für ein institutionalisierte Förderung der freien Szene aus. „Wir werden Kompromisse schließen müssen“, erkannte Vilhjalmsson. Unisono lobten alle Politiker die von „moNokultur“ aufgestellten „Maßnahmen für kulturelle Vielfalt“. Gefordert werden darin 300 000 Euro für Projekte, die Nutzung städtischer Leerstände, eine regelmäßige Aufstockung der Kulturförderung, die Schaffung eines Eigenmittelfonds sowie 40 000 Euro für die Wiederaufnahme erfolgreicher Projekte. Die Durchsetzbarkeit wurde zwar oft angezweifelt, einig war man sich jedoch, dass „freie Kunst“ eine stärkere Lobby vor Ort brauche. Eine Stimme aus dem Publikum brachte es dann auf den Punkt: „Es geht im Prinzip darum: ,Was ist der Stadt die Kultur wert?‘“

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