Multikulturelles Musikprogramm auf dem Germania Campus
Musik zum Mitfiebern

Münster -

Mit internationaler Klasse, Vielfalt und einigen Überraschungen starteten am Freitag und Samstag die ersten „Münster Music Days“ in der Halle „Cloud“ des Factory-Hotels.

Sonntag, 25.05.2014, 17:05 Uhr

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We Foto: anh

Poesie und Gesang von besonderer Emotionalität, dafür steht Cristina Branco mit ihrer Band, mit portugiesischem Fado als Basis. Das Eröffnungskonzert am Freitag begann mit dem „Patron“ der „Sound Lake City“ – Jan Löchel bot mit seinem Pianisten ein „kleines Bewerbungs-Stück“ – gern würde er mal hier auftreten. Als nächste kündigte der galante Moderator Adam Riese das Duo Sonetta an: Sona Jafarova aus Aserbaidschan am Piano, Sebastian Netta aus Münster – sie verbinden traditionelle Musik aus Vorderasien mit modernen Einflüssen.

Im vollwertigen Konzertsaal auf dem Germania Campus sitzt man nah dran an den Musikern, und die Ohren noch näher: Die Akustik ist ausgesprochen gut, klar und präsent, dabei nicht zu laut. Nachsteuern lässt sich wohl noch die Klimaanlage – die empfanden einige als zu effektiv.

Die Musik selbst lässt an beiden Abenden nicht frösteln, sondern mitfiebern. Und bei Bona und Luc gibt es richtig Bewegung im Publikum. Angefangen beim kräftigen Applaus mit Hallo beim Erscheinen, sodann mit Schmunzeln und Lachen, später beim Singen, Finger-Schnipsen und Klatschen. Die beiden fesseln: Wer will schon ein witziges Einsprengsel im virtuosen Spiel verpassen, oder die Geste? Die beiden zitieren Klassiker, auch mal aus dem Rock. Wenn Luc ein Tuch zwischen Schallloch und Gitarrensaiten legt – warum soll er nicht die Gelegenheit nutzen, vorab ein wenig Bonas Bass zu polieren? Das wirkt nicht einmal wie ein gesuchter Gag, sondern im kongenialen Spiel der beiden virtuosen Schelme wie die logische Verlängerung der Musik.

Das herzliche und fröhliche Miteinander stiftet schnell einige aus dem Publikum an – zum Wunsch nach diesem oder jenem Titel von Bona, zu Kommentaren. Bona greift alles souverän auf, kleine Dialoge entspinnen sich. Bona, in Sälen von New York bis London daheim, streut Lokalkolorit ein: „Schlafen gut“, textet er in ein melodiöses, sanftes Stück, auch „Kartoffeln“ und später „wunderbar“: Das galt dem Publikum. Und dem Saal.

Die internationale Klasse und Besonderheit der Musik beider Abende macht den Start der Münster Music Days zu einem Erfolg. Auch, wenn an einem mit Kultur-Terminen gesättigten Wochenende (und Champions- League-Finale war auch noch, merkte Bona an) der mit 340 Stühlen vorbereitete Saal nur zu gut der Hälfte voll wurde. Am Ende saß ohnehin niemand mehr – das Publikum verabschiedete sie alle mit stehendem Applaus.

Aus der besonderen Umgebung wollen die drei Macher von Sound Lake City übrigens noch mehr machen. Soetkin Stiegemeier-Oehlen denkt an Open-Air-Musik und Frühschoppen – im Carrée ums Wasser gebe es Örtlichkeiten genug. Und warum nicht dem Konzert einen Gig nebenan folgen lassen. Am Samstag ging es zu Sonetta, in die „Tide“.

Mit internationalen Gästen und kosmopolitischen Kombinationen geht es auch in den nächsten Tagen weiter bei diesen ersten Münster Music Days: Dem Tingvall Trio (Rock mit Jazz) folgt am Mittwoch der extraordinäre Dhafer Youssef (Arabisches mit Jazz), zum Finale ein Benefiz-Konzert von Mutoto-Chaud.

 

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