Ein Chor „singt“ Geräusche der Arbeit
Postfuturistisches AG-Klang-Konzert im Pumpenhaus

Münster -

Ist das ein Chor? Eine Maschine? Sind das verrückte Geräusche-Macher? Donnern, Krachen, Prasseln, Grollen, Pfeifen, Zischen, Schnauben, Surren, Gurgeln, Kreischen, Knarren, Knacken, Rascheln, Knistern, Knattern, Scharren – der „AG Klang Geräusch-Chor“ singt die Geräusche der heutigen Arbeit. Statt auf Loopstation, Sampler und Elektronik greifen Paradeiser Productions auf das uralte Mittel Chor zurück.

Mittwoch, 28.05.2014, 19:05 Uhr

Kai Niggemann leitet den Chor der Geräusche. Mit der Stimme und dem Körper des Menschen sollen die Geräusche der Maschinen erzeugt werden.
Kai Niggemann leitet den Chor der Geräusche. Mit der Stimme und dem Körper des Menschen sollen die Geräusche der Maschinen erzeugt werden. Foto: Dominic Sehak

Zusammen mit einem Dirigenten und einem Protagonisten folgt der Chor den Spuren der Klänge heutiger Arbeitsplätze: Tastatur-Klicken, Lüfter-Rauschen, Automaten-Ächzen, ganz kleine und ganz große Maschinen – die vorher in realen Arbeitsumgebungen dokumentierten Sounds fügen sich zu einer ungewöhnlichen und zuweilen schrägen Partitur zwischen Harmonie und Noise, Experimentalmusik und Beat Box zur menschlichen Geräuschmusik zusammen. A cappella stellt der Chor den akustischmusikalischen Charakter der Arbeit in den Mittelpunkt und sucht unterhaltsame Umsetzungen.

Das postfuturistische Chorkonzert geht von Luigi Russolos futuristischem Manifest „Die Kunst der Geräusche“ aus, in dem er vor hundert Jahren die Geräusche der modernen Welt (tönende Maschinen und lärmende Großstädte) zur wahren Musik seiner Zeit erklärte. Münsters Paradeiser Productions bauen auf dieser Idee auf: Der Chor übernimmt durch Stimme und Körper die Reproduktion der Sounds von heute.

Bestehend aus der Regisseurin Ruth Schultz , dem Musiker Kai Niggemann und der Dramaturgin Kaja Jakstat arbeitet Paradeiser Productions an den Grenzen der Genre und Sparten. Das Zusammendenken von Tanz und Text, Klang und Performance, E- und U-Kultur zieht sich durch alle ihre Projekte, die sie inzwischen national wie international erfolgreich zeigen konnten.

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Das ungewöhnliche Konzert ist am Mittwoch, Donnerstag und Freitag (4., 5. und 6. Juni) um 20 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, auch zu sehen. Karten gibt es unter ✆ 23 34 43.

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