Kulturkooperative Münster (KKM) organisiert seit drei Jahrzehnten Groß- und Kleinkunst
Menschenrechte angewandt

Münster -

Keine Geringere als die Allgemeine Menschenrechtserklärung von 1948 wurde als Begründung angegeben, als sich in diesem Monat vor genau 30 Jahren die Kulturkooperative Münster (KKM) gründete. Die darin postulierte „Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten am kulturellen Leben“ war es, die Karl Adamek, Prof. Martin Doehlemann, Joachim Hetscher, Wolf Dietmar Hühn, Constanze Unger und Ulla Struck zusammenführte.

Samstag, 28.06.2014, 11:06 Uhr

Die Kulturkooperative heute (v. l.): Konrad Haller, Dr. Matthias Schröder, Dorothee Marx und Ulla Struck.
Die Kulturkooperative heute (v. l.): Konrad Haller, Dr. Matthias Schröder, Dorothee Marx und Ulla Struck. Foto: Gerhard H. Kock

Am 4. Juni 1984 fand in der Gaststätte „Zum Schwan“ die Gründungsversammlung statt. Ziel des Vereins war die Förderung kultureller Tätigkeit im Allgemeinen und kultureller Selbsttätigkeit bei sozial benachteiligten Gruppen im Besonderen. „Wir alle hatten damals das Gefühl, für müssen was tun. Und: Wir können was tun“, schildert Gründungsmitglied Ulla Struck den Gestaltungswillen der Aufbruchzeit. Das Jovel gab’s, und die Frauenstraße 24 war besetzt. Aber sonst? Die Theaterinitiative Münster ( TIM ) gab’s noch nicht, und erst recht nicht das Pumpenhaus, das Kreativ-Haus, das Bennohaus oder das Cuba .

Vernetzen, organisieren – kurz: Was auf die Beine stellen, auf dass es weiter laufe, das war und ist bis heute die selbst gesetzte Aufgabe der KKM, die ihr Büro mit einem städtischen Zuschuss am Verspoel 7-8 betreibt: Seit 1987 wird ein Katalog herausgegeben. Ob Kabarettisten oder Komiker, Akkordeon-Spieler oder Zauberer – das Angebot ist breit und reichhaltig. Scheinbare Hausmeister und Sicherheitskräfte werden gerne gebucht. Aber auch Redner: Beim Festakt eines Instituts merkten die andächtig lauschenden Gäste erst nach 20 Minuten, dass dieser Prof. Dr. Gerd Seifert höheren Unsinn redet. Es war ja auch Mathes Dues, Mitglied der KKM.

Das neue Gesicht im KKM-Büro ist Konrad Haller. Und der ist als erfahrener Theatermacher auch Event-Berater, wenn zum Beispiel eine Restaurant-Besitzerin eine Jazzfrühschoppen-Reihe organisieren will: Wo muss die Bühne hin, wo bekomme ich die Leute her. In dieser Richtung könnte nach Wünschen der KKM mehr passieren: Matthias Schröder: „Ich finde, die Unternehmer könnten noch mehr auf uns aufmerksam werden.“

In den drei Dekaden hat sich allerdings auch einiges verändert. Dorothee Marx: „Der Geist der 80er Jahre war: Wir stellen was mit Begeisterung und Freude auf die Beine. In der 90ern machte sich der Gedanke breit: Was bringt mir das?“ Struck: „Wir sind heute auch nicht mehr so politisch.“

 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2560674?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F2575595%2F4848605%2F
Nachrichten-Ticker