Porzellanmuseum zeigt große Ausstellung im Museum Abteil Liesborn
Der Prophet in der Fremde

Münster -

Wie heißt es im Markus-Evangelium? „Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause“. Dafür in Liesborn. Nicht in Münster, sondern im Museum Abteil Liesborn ist die erste große Ausstellung des Porzellanmuseums Münster zu sehen: „Zerbrechliche Moderne. Porzellane der münsterischen Manufaktur August Roloff zwischen Bauhaus und Art déco“.

Donnerstag, 24.07.2014, 04:07 Uhr

Ein paar Schätzchen kann Rainer-Ludwig Daum auch beim Heimatbund in der Torhaus-Galerie zeigen.
Ein paar Schätzchen kann Rainer-Ludwig Daum auch beim Heimatbund in der Torhaus-Galerie zeigen. Foto: Gerhard H. Kock

„Fünf eigens für Roloff eingerichtete Räume. Das ist jetzt ein Quantensprung.“ Rainer-Ludwig Daum schwärmt für Dr. Elisabeth Schwarm. Die Kunsthistorikerin und Museumsleiterin habe das Material wissenschaftlich aufgearbeitet, 20 Kisten durchgesehen und ein Drittel ausgesucht. 300 Stücke sind in der Schau in Vitrinen, aber auch eingedeckt auf einer Tafel zu sehen.

Das ist aber nur ein Bruchteil des Porzellanmuseums. 10 000 Stücke sind im Besitz der Mitglieder des Vereins, 4000 davon gehören Daum persönlich. Aber: „Letztlich sammle ich für die Stadt.“ Das Porzellanmuseum hatte über acht Jahre lang bis Ende 2011 eine provisorische Heimstatt beim Steuerberaterverband Westfalen-Lippe an der Gasselstiege.

Jetzt lagern die Werke in Kartons in Kellern. Einzelvi­trinen gibt es im Integrationsbüro und in der Torhaus-Galerie. „Rat und Verwaltung der Stadt Münster würden sich ein eigenes kleines Porzellanmuseum für den Verein wünschen“, sprach Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson bei der Eröffnung in Liesborn : Bemühungen seien auf den Weg gebracht.

Am liebsten würde das Museum gleich hinterm Torhaus residieren, im Bunker an der Lazarettstraße. Bis 2019 aber wird das Porzellanmuseum wahrscheinlich keine eigenen Räume haben. In fünf Jahren jährt sich die Gründung der „Porzellanmalerei August Roloff“ zum 100. Mal.

Münsters Manufaktur „Roloff“ hat 36 Jahre lang viele Maler ausgebildet. Als Porzellanmarke hatte August Roloff das Wappen der Wiedertäufer aus Münster abgewandelt. In einem Verkaufsgeschäft am Michaelisplatz stellte die Firma Roloff ihre Ware aus, war in 500 Einzelhandelsgeschäften der Bundesrepublik zu finden (in größeren Städten sogar in mehreren Häusern) und lieferte Keramik aus Münster auch in die ganze Welt. Die Manufaktur bestand bis 1955.

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Münsters Porzellanmuseum-Verein bietet bis zum Ausstellungsende am 14. September jeden Sonntag eine Fahrt zur Ausstellung ins Museum Abtei Liesborn an, wo um 14.30 Uhr eine öffentliche Führung stattfindet. Die Abfahrt in Münster erfolgt gegen 13 Uhr. Potenzielle Mitfahrer sollten sich anmelden unter ✆ 01 76 / 19 00 33 70.

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