Gerardt Marquardt beim Orgelsommer in der Apostelkirche
Vom Barock bis zur Moderne

Münster -

Für Prof. Martin Blindow war es ein spürbares Vergnügen, in der Apostelkirche beim vorletzten Konzert des Orgelsommers den Liebhabern feiner Orgelmusik mit Gerhardt Marquardt einen Musiker präsentieren zu können, dessen künstlerische Entwicklung er vom Anfang an bis zu dessen Künstlerischer Reifeprüfung als Lehrer maßgeblich beeinflusst hat.

Sonntag, 10.08.2014, 16:08 Uhr

Gerhardt Marquardt war beim vorletzten Konzert des diesjährigen Orgelsommers zu Gast in Münster.
Gerhardt Marquardt war beim vorletzten Konzert des diesjährigen Orgelsommers zu Gast in Münster. Foto: ae

Gerhardt Marquardt blickt mittlerweile auf eine langjährige auch internationale Konzerttätigkeit zurück, hat sich ein ganz eigenes künstlerisches Profil erarbeitet. Er hatte für sein Spiel an der Ott-Orgel ein facettenreiches Programm zusammengestellt, das vom Barock bis zur Moderne gleich vier Jahrhunderte vereinte. Mit zwei Allemanden des Leipziger Thomaskantors Johann Hermann Schein erfüllte barocke Spielfreude den Kirchenraum. Hier zeigte Gerhardt Marquardt mit feiner Registrierung sicheres Stilempfinden. Bis ins kleinste Detail stimmig erklang auch Dietrich Buxtehudes „Praeludium, Fuge und Ciacona C-Dur Bux WV 137“.

Natürlich stellte das bekannte „Praeludium und Fuge C-Dur BWV 547“ von Johann Sebastian Bach eine große Herausforderung für ihn dar. Hier konnte er seiner Spielfreude und wohl eingesetzter Virtuosität freien Lauf lassen, verfolgte das Publikum fasziniert die transparente Interpretation der Fuge mit ihrer Themenentwicklung. Auch bei der klassisch-romantisch angelegten „Sonate Nr. 4 a-Moll Tonus peregrinus op. 98“ von Joseph Gabriel Rheinberger konnte der Organist dem Werk ein lebendiges Gewand verleihen. Mit differenzierter Registrierung und einer moderaten Klangfülle wirkten die drei Sätze als in sich geschlossene Einheit.

Mehr als „unterhaltsames“ Finale hatte Marquardt die „Petite Suite in Blue“ von Johannes Matthias Michel aus dem Jahre 2004/2005 gewählt. Mit ihren fünf eher kleinen Sätzen versprühte dieses Werk jazzigen Esprit in eher traditioneller Kompositionssprache. Das war moderne Musik, mitreißend gespielt.

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