„Perfect Reeds“-Workshop lockt Musiker aus der Region in die Musikhochschule
Freunde und Erfahrung gewonnen

Münster -

Für kammermusikalisch interessierte Holzbläser führt normalerweise kein Weg am klassischen Bläserquintett vorbei. Dass es aber auch Möglichkeiten fernab der bekannten Pfade gibt, beweist das „Akropolis Reed Quintet“ (Michigan/USA), welches nur auf Rohrblattinstrumenten spielt. Am vergangenen Wochenende war das Ensemble in Münster zu Gast, um im Rahmen des „Summerwinds“-Festivals sein Wissen an andere Musiker weiterzugeben.

Sonntag, 24.08.2014, 16:08 Uhr

Das „Akropolis Reed Quintet“ in Aktion: Tim Gocklin (Oboe), Matt Landry (Saxophon), Ryan Reynolds (Fagott), Andrew Koeppe (Bassklarinette) und Kari Dion (Klarinette).
Das „Akropolis Reed Quintet“ in Aktion: Tim Gocklin (Oboe), Matt Landry (Saxophon), Ryan Reynolds (Fagott), Andrew Koeppe (Bassklarinette) und Kari Dion (Klarinette). Foto: Oerding

Zur Eröffnung des zweitägigen Workshops „Perfect Reeds“ erläuterte Saxophonist Matt Landry , dass es kaum Kompositionen für die Besetzung aus Klarinette, Oboe, Saxophon, Fagott und Bassklarinette gebe. Infolge- dessen müsse man lernen, kreativ mit dem eigenen Spiel umgehen. Dieses Erfolgsrezept wollen die Musiker weitertragen, weshalb sie gerne der Einladung nach Münster folgten.

Die Teilnehmer probten Freitag und Samstag den ganzen Tag in ihrem Instrument entsprechenden Kleingruppen. Dabei gingen die fünf Dozenten auch auf individuelle Fragen und Probleme ein. „Jeder soll hier etwas mitnehmen, egal ob Profi oder Amateur“, so Matthias Schröder, der gemeinsam mit Susanne Schulte die künstlerische Leitung von „Summerwinds“ in den Händen hält.

Nicht nur aus dem Münsterland hatte die Holzblas-Prominenz Besucher angelockt: Heinrich Bergerfurth war aus Rees (Niederrhein) nach Münster gekommen. Im Gepäck hatte er seine Kontrabassklarinette, der größte Vertreter der Klarinettenfamilie. „Musik kennt keine Grenzen, auch kein Alter. Und mit jungen Leuten zu musizieren hält mich jung!“, stellte der 75-Jährige fest. Jüngster Teilnehmer des Workshops war Liam Scheidner (acht Jahre) aus Borken. Er hatte besonderes Glück: Da er der einzige Fagottist war, erhielt er Einzelunterricht beim Profi Ryan Reynolds . Liams Mutter dolmetschte; beide waren begeistert von den zwei Tagen Intensivunterricht. Reynolds arrangierte des Nachts noch extra Liams Lieblingssong „Smoke on the Water“ für zwei Fagotte, welches beide dann beim gemeinsamen Abschlusskonzert aller Teilnehmer darboten.

Auch hier gab es keine Besetzungs-Tabus und keine Genregrenzen. Neben klassischen Klarinetten-Duetten wurden unproblematisch Filmmusik-Arrangements für Saxophone gesetzt, alles mit amerikanischer Lockerheit und Freundlichkeit verbunden. Klarinettistin Kari Dion zeigte sich glücklich mit dem Ergebnis des Workshops: „Ich bin sehr stolz auf alle. Vor zwei Tagen kannten sie sich noch gar nicht und heute sind sie bereits unglaublich zusammengewachsen!“

Mit diesem Gefühl und viel gewonnener Erfahrung im Gepäck reisten die Teilnehmer des Workshops dann am Samstagabend zurück in ihre Heimat.

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