Landesmuseum lässt Skulptur-Projekte reinigen und überarbeiten
Die Schönheit währt nur kurz

Münster -

Gemälde haben es leichter. Sie werden behandelt wie ein rohes Ei. Im Museum. Der öffentliche Raum in Münster ist nach bald vier Jahrzehnten Skulptur-Projekte mittlerweile auch zu einem Museum für Kunst geworden. Die hat es dort aber schwer. Beispiel: das „Sanctuarium“ von Herman de Vries im Schlossgarten an der Einsteinstraße.

Donnerstag, 28.08.2014, 08:08 Uhr

Schnappschuss in diesem Sommer: Das „Sanctuarium“ von Herman de Vries im Schlossgarten ist mittlerweile wieder vollständig besprüht.
Schnappschuss in diesem Sommer: Das „Sanctuarium“ von Herman de Vries im Schlossgarten ist mittlerweile wieder vollständig besprüht. Foto: Gerhard H. Kock

Das Rondell hatte bereits 2007 gereinigt werden sollen. Die Engländerin Maria Pask verhinderte das. Die Teilnehmerin der Skulptur-Projekte wollte für ihre „ Beautiful City “ die Graffiti stehen lassen. In diesem Sommer war das Kunstwerk nun vom Landesmuseum von den Schmierereien gereinigt worden, die dort seit einer halben Ewigkeit das Mauer-Rund verschandeln. Keine drei Wochen, da waren die ersten Schmierereien wieder drauf.

„Oje“, zeigte sich Melanie Bono verblüfft und enttäuscht, als sie die Nachricht von den Westfälischen Nachrichten erfuhr. „Da sieht man, was Kunst im öffentlichen Raum für Probleme macht. Das ist ein Kampf gegen Windmühlen.“ Immerhin sei diesmal eine Graffiti-Schutzschicht aufgetragen worden, sodass die Farbe nicht ins Mauerwerk zieht, so die stellvertretende Direktorin und Kuratorin für Gegenwartskunst am Landesmuseum für Kunst und Kultur.

Auch die tonnenschwere Verneigung von Richard Serra vor Schlaun am Rüschhaus wurde zum X-ten Mal gereinigt. „Immer wenn Geld da ist, wird restauriert“, erläutert Bono. Anfang des Jahres habe es Fördergelder von der Sparkasse für Restaurierung gegeben. In nächster Zeit werde daher auch die Bushaltestelle Aegidiimarkt komplett überarbeitet. Beim „Bus Shelter“ von Dennis Adams über den „Barbie-Prozess“ werden die Fotografien erneuert – mit verbesserter Drucktechnik. Dabei gibt es zugleich neue Sitzbänke.

Was mit dem Bodenrelief für die chemischen Institute von Matt Mullican passiert, ist noch nicht klar. Sie wurden bei Bauarbeiten beschädigt, die schwarzen Granitplatten komplett entfernt. Sie werden „vielleicht“ wieder restauriert, so Bono: „Aber nicht kurzfristig.“ Die Erinnerung an Mark Wallingers „Zone“ (Skulptur Projekte 2007) kehrt indes nicht auf die Verkehrsinsel an der Rothenburg zurück. Die Insel auf der Aegidiistraße gibt es nicht mehr. Die kupferfarbene Metall-Platte allerdings wird demnächst im neuen Skulptur-Projekte-Archiv des neuen Landesmuseums zu besichtigen sein.

Die Stadt kümmert sich auch regelmäßig um ihre Skulptur-Projekte. „Einmal im Jahr kontrolliere ich die Arbeiten“, so Reiner Bertling (Amt für Immobilienmanagement). In diesem Jahr habe man allerdings mit den Folgen der Unwetter-Katastrophen anderes zu tun.

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