Wilm Weppelmann bezieht seine Einsiedelei auf dem Aasee
Das muss für 30 Tage reichen

Münster -

Montagmorgen. 6 Uhr. Ein blauer Streif im Osten kündigt den Sonnenaufgang an. Es ist kalt, es ist feucht, es ist Handschuh-Wetter an diesem 1. September. Ein Mann steht entblößt bis auf die Unterhose am Ufer des Aasee. Es ist Wilm Weppelmann.

Montag, 01.09.2014, 16:09 Uhr

Ein Rettungsring und eine Hand voll Kisten – mehr hat der Künstler Wilm Weppelmann nicht mit auf seine Aasee-Insel genommen. 30 Tage wird er dort leben und sich mit Bedürfnissen des Menschen beschäftigen. Morgens, mittags und abends wird er seine Botschaften über den See rufen.
Ein Rettungsring und eine Hand voll Kisten – mehr hat der Künstler Wilm Weppelmann nicht mit auf seine Aasee-Insel genommen. 30 Tage wird er dort leben und sich mit Bedürfnissen des Menschen beschäftigen. Morgens, mittags und abends wird er seine Botschaften über den See rufen. Foto: Gerhard H. Kock

Der Künstler lässt sich auf seine Garteninsel übersetzen, wo er in einem Mikrohaus bis Ende September leben will. Mit künstlerischen Mitteln möchte er menschliche Grundbedürfnisse erkunden: „Was ich brauche“ heißt seine Dauerperformance. Vor der Abfahrt zeigt er, was er auf seine Gemüseinsel für die 30 Tage mitnehmen wird: 30 Zwiebeln, 30 Äpfel, 30 Möhren und pro Tag drei Scheiben Vollkornbrot. Ein bisschen Reis und Nudeln sowie Müsli und sechs Liter H-Milch, ein Glas Honig, 15 Eier und weitere Lebensmittel .

Weppelmann auf seiner Einsiedelei

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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Weppelmann schläft mit einem Schlafsack auf einer Klappmatratze: „Das Kopfkissen ist mein Luxus. Das muss sein.“ Sechs Rollen Toilettenpapier, drei Handtücher, 30 Kerzen, Streichhölzer. Als Kleidung hat Weppelmann je zwei Unterhosen, Unterhemden, Hosen und T-Shirts sowie zwei Paar Socken und ein Paar Schuhe dabei. Dem Aasee entnimmt er das Wasser, das dann im Combi-Filter gereinigt und in einem Kanister bevorratet wird. Eine Gasflasche mit Kochstelle ermöglicht warme Mahlzeiten.

Die verblüffend umfangreiche Inventarliste veröffentlicht der Künstler auf seiner Webseite. Dort werden von Mitarbeitern auch jeden Tag die Arbeiten veröffentlicht, die Weppelmann in seiner Klause erstellt. Der Künstler beschäftigt sich jeden Tag mit einem menschlichen Grundbedürfnis. Am Montag war es „Obdach“, jeden Tag folgt ein neues. Das „Bedürfnis“ schreibt er auf sein Haus und ruft einen Text zum Thema aus. Wie ein Muezzin auf seinem Minarett. In alle vier Himmelsrichtungen. Morgens, mittags und abends.

Worauf Münsteraner nicht verzichten können

„Mal sehen, wie die Tretbootfahrer auf mich reagieren.“ Weppelmann ist neugierig. Er möchte sensibilisieren, die Wahrnehmung schulen. Schon jetzt scheint sich die Aufmerksamkeit von Passanten zu verändern. Eine Besucherin der frühmorgendlichen Aktion stellte überrascht fest, dass an der Ufermauer des Sees Rucola und Minze wachsen.

Seine schwimmende Gartenhütte wird Wilm Weppelmann mit Bildern zum Grundbedürfnis „tapezieren“. Das Haus wird nach der Performance hinter dem Schloss öffentlich zugänglich sein.

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