Tanztheater im Pumpenhaus
Junge Mädchen auf schwieriger Identitätssuche

Münster -

Zwei Tänzerinnen bewegen sich langsam auf das Publikum zu: biegsam und mit weichen Bewegungen die eine, ruckartig und kantig wie ein Automat die andere. Als sie, nebeneinander stehend, in einen imaginären Spiegel blicken, nähern sie sich einander an. Die eine bindet ihre langen Haare zurück und sieht nun strenger aus. Dafür wirkt die andere jetzt menschlich und gefühlvoll, wenn sie ihrem Gegenüber sanft mit der Hand über den Kopf streicht.

Sonntag, 21.09.2014, 15:09 Uhr

Zwei Tänzerinnen lassen ihre Identitäten verschwimmen. Szene aus dem Projekt im Pumpenhaus.
Zwei Tänzerinnen lassen ihre Identitäten verschwimmen. Szene aus dem Projekt im Pumpenhaus. Foto: Pumpenhaus

Die beiden Choreografinnen, Jennifer Ocampo Monsalve und Marcela Ruiz Quintero, die in ihrem Stück „Persona“ im Pumpenhaus auch als Tänzerinnen auf der Bühne stehen, haben sich von Ingmar Bergmans gleichnamigem Psychodrama (1966) inspirieren lassen: Identitäten zweier Frauen verschwimmen, die eine geht in der anderen auf, macht sie quasi zur Zuschauerin ihrer selbst – ein grauenvolles Szenario.

So bedrohlich wie im Film geht es hier nicht zu. Zwar wird mitunter auch Ablehnung spürbar, wenn die beiden einander wegdrücken oder eine imaginäre Wand sie voneinander trennt, Ähnlichkeit bedeutet jedoch vor allem Nähe. In einer entspannten, intimen Umgebung – Ronni Shendar beschwört mit Videoaufnahmen sich brechender Wellen Urlaubsatmosphäre; weiße Vorhänge bilden eine Art Wohnzimmerkulisse – stehen die beiden Figuren als beste Freundinnen auf der Bühne. Mal scheinen sie sich über ihr Aussehen zu unterhalten, mal liegen sie nah beieinander auf dem Boden, lachen ausgelassen oder springen über die Bühne wie Kinder im Spiel.

Wer bin ich denn eigentlich? Und wer kann ich vorgeben zu sein? In diesem kurzweiligen Stück wirken die beiden sympathischen Figuren wie junge Mädchen auf Identitätssuche , wenn eine die andere in immer neue Kleider steckt. Eines davon, schwarz-weiß getigert, versetzt Jennifer Ocampo Monsalve – mit ironischem Augenzwinkern – in die Rolle einer fauchenden Großkatze, ein anderes, mit großen Blumen, bringt sie herzhaft zum Lachen. Als beide im selben Kleid stecken, wird die Nähe schließlich dann doch zu eng. Wie in einem Befreiungsschlag, windet sich eine der beiden heraus; das Individuum hat gesiegt. Gut so.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2756739?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F2575595%2F4848602%2F
Mickie Krause geht baden
Als Anwärter auf den Cheftrainer-Posten bei den Kaderschwimmern der SG Schwimmen Münster machte Schlagersänger Mickie Krause im Hallenbad Hiltrup eine gute Figur. Zum Finale ging es mit Sonnenbrille und guter Laune ins knapp 30 Grad warme Wasser.
Nachrichten-Ticker