Cactus-Theater-Projekt „Im Quadrat“
Begrenzungen ausgelotet

Münster -

Ein Mann springt aus einem Video auf die Bühne: In einem Quadrat stellt Robbie Sabanovic die Eingrenzung seiner Person tänzerisch dar. Mit einer Videoproduktion und der Tanzaufführung vermitteln Sabanovic und die Videoaktivistin Katrin Schnieders das Gefühl, einer Minderheit anzugehören. Sie bildeten im Gesundheitshaus am Sonntagabend den Auftakt beim Cactus-Theater-Projekt „Im Quadrat“: Fünf Gruppen und zwei Grenzen – zehn Minuten und drei Quadratmeter.

Montag, 27.10.2014, 19:10 Uhr

Gefangen in Erinnerungen: Sabeth Dannenberg und Paula Generisch bei Cactus „Im Quadrat“.
Gefangen in Erinnerungen: Sabeth Dannenberg und Paula Generisch bei Cactus „Im Quadrat“. Foto: Hanno Endres

Grenzen einhalten und seine eigenen Grenzen kennen, das thematisierten Elly Hadzic und Tim Hoppmann mit ihrem intensiven Spiel zwischen Verführung und Enthaltsamkeit. Tim will die Grenze im Kopf überwinden, will sich der lockenden Elly hingeben, den Joint rauchen und Alkohol trinken; doch er weiß, was für Konsequenzen dies haben wird. Die weiße Linie bleibt Grenze. 

Gotta Depri (Choreograph von der Elfenbeinküste ) nutzte das Quadrat als Ausdrucksfläche für seine Gefühle. In einem beeindruckenden Tanz versunken, gibt sein Körper sich der Musik hin und vibriert mit dem Takt. Zunächst bedrohlich eng gefesselt und kaum fähig sich zu bewegen, weint und schreit er vor Angst, doch dann ist Hoffnung in seinen Augen zu sehen. Er befreit sich nach und nach von seinen Fesseln, legt seine Ängste ab und endet sogar mit einer humorvollen Tanzeinlage, die das Publikum erheitert.

Eine psychedelisch-verstörende Aufführung bot die Live-Installation der Spieler der Gruppe „aXolot Synergy“ (Das Trio ist eigentlich ein Flötenensemble aus den Niederlanden ). Sie verwandelte das Quadrat in ein lebendiges, unter Strom stehendes Gebilde, in dem die Flöte nur die grotesk verzerrten Figuren in Szene setzte. Mit schwarzen Perücken, die das Gesicht der drei Mädchen unkenntlich machten, verliehen sie ihrem Auftritt das gewisse Maß an Düsterkeit. Aus den Lautsprechern klangen scheppernde, elek­tronische Rhythmen, zu denen die Figuren sich wie Roboter bewegten. Das war wohl die stilisierteste Form der Darstellung von Begrenzung des Abends.

Etwas näher an der Realität war die letzte Sequenz: Unter dem Titel „Vergissmeinnicht. Eine Konservation“ spielten Sabeth Dannenberg und Paula Gendrisch zwei Freundinnen, die gefangen in ihren Erinnerungen sind und dabei vergessen, die Wirklichkeit wahrzunehmen. In einem durchsichtigen Quadrat, das als einzige Requisite diente, wählten sie unterschiedliche Bildausschnitte und Erinnerungen.

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