Rimini Protokoll eröffnet „Signaturen“-Festival im Pumpenhaus
Kein trauriges Schicksal

Münster -

Nach dem Warum hat sie nie gefragt. Warum sie vor 20 Jahren in den Pool der Ferienanlage gesprungen ist. Kopfüber, auf der Nichtschwimmerseite. Maria-Cristina Hallwachs ist seit dem Genickbruch vom Kinn abwärts gelähmt. Hallwachs ist die Protagonistin in der Produktion „Qualitätskontrolle“ der Gruppe „Rimini Protokoll“, die gerade erst mit dem Publikumspreis der „Mühlheimer Stücke 2014“ ausgezeichnet wurde. Mit den Berlinern startet das Signaturen-Festival – Handschriften für das Theater der Gegenwart“.

Mittwoch, 29.10.2014, 17:10 Uhr

„Qualitätskontrolle“ heißt das Stück des Dokumentartheaters „Rimini Protokoll“ aus Berlin.
„Qualitätskontrolle“ heißt das Stück des Dokumentartheaters „Rimini Protokoll“ aus Berlin. Foto: Cecilia Glaesker

Die Pflege der Frau kostet in der Stunde so viel wie ein Olivenbäumchen im Gartencenter . Erzählt sie selbst. Auch, dass sie bereits im Krankenhaus gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könne, ein Leben in solcher Abhängigkeit zu leben. „Ja“ war die Antwort. Leben hieß erstmal, die nächsten fünf Minuten „überleben“.

Die Arbeit von Helgard Haug und Daniel Wetzel schildert kein trauriges Schicksal. Sie stellt existenzielle Anliegen, wie Risiken minimieren: Schon vor der Geburt. Den Kindern nichts als Erfolg wünschen. Nur: Wie viel Kontrolle lässt das Leben zu? Wo endet Selbstbestimmung? Was, wenn sich eine Biografie nicht mehr als Erfolgsmeldung erzählen lässt?

Rimini Protokoll “ ist der Revolutionär des Dokumentartheaters. Mit ihren Experten des Alltags heben sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität auf.

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Vorstellungen sind am Samstag und Sonntag (1. und 2. November) um 19 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Karten: ✆ 233443.

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