Konzert in der Heilig-Geist-Kirche
Eine echte Entdeckung

Münster -

Dies ist sicher: Der Oratorienchor Münster ist nach wie vor in guten Händen. Nachdem Michael Preiser die Leitung des Ensembles nach über acht Jahren abgegeben hatte, steht seit April 2013 Enno Kinast am Pult des Chores. Von Hause aus selbst Sänger, gab er am Freitag seinen Einstand als neuer Dirigent – ein fulminantes Ereignis in der rappelvoll gefüllten Heilig-Geist-Kirche an der Metzer Straße.

Sonntag, 02.11.2014, 16:11 Uhr

Ein imposantes Bild: Der Oratorienchor Münster und die Philharmonie Südwestfalen in der Heilig-Geist-Kirche.
Ein imposantes Bild: Der Oratorienchor Münster und die Philharmonie Südwestfalen in der Heilig-Geist-Kirche. Foto: cws

Auf dem Programm: Mendelssohns „Lobgesang“-Sinfonie, die neben dem titelgebenden Gotteslob durchaus auch Töne der Hoffnung und des Vertrauens verbreitet. Und dies in unterschiedlichen Farben und dynamischen Nuancen, die der Oratorienchor , verstärkt vom Konzertchor Bielefeld , mit großer Überzeugungskraft entfaltete. Wie in vielen anderen Chören sind auch hier die Damenstimmen in der Überzahl, die Herren in der Minderheit – aber nicht ohne Selbstbewusstsein. Insgesamt ein schöner Gesamtklang, steigerungsfähig bis zum feierlichen Fortissimo im finalen „Halleluja“!

Nahtlos reihten sich die glasklar singenden Sopranistinnen Julia Grüter und Anna-Sophie Brosig ein. Tenor Stefan Sbonnik betörte mit seiner warmen, leicht dunkel eingefärbten, perfekt sitzenden und mühelos in die Höhe geschraubten Stimme. Der junge Sänger wird ganz gewiss seinen Weg machen!

Eine echte Entdeckung : die Heilig Geist-Kirche als Konzertort! Wer hätte gedacht, dass dieser Riesenraum für sinfonische Musik so toll geeignet ist? Klar, dass in ihm schon wegen seiner Größe ein homogener Klang entsteht. Aber dass dieser durchhörbar bleibt, Konturen deutlich werden, der gesungene Text wirklich zu vernehmen ist, das überraschte. Und auch die Philharmonie Südwestfalen zeigte sich als instrumentaler Partner in diesem Raum von seiner allerbesten Seite bis hinein in wunderbare Soli, ob Holz, ob Blech, ob Streicher. Keine Frage: die akustischen Qualitäten dieser Kirche werden sich bald herumsprechen. Zumal die Verantwortlichen vor Ort offen sind, auch für den markig-evangelischen Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“. So klingt gelebte Ökumene.

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