Jubiläums-Gala des Freien Musical-Ensembles
Vier Stunden im Sturm der Gefühle

Münster -

Die Highlights aus 15 Jahren an einem einzigen Abend zu präsentieren, ist eigentlich ein unmögliches Unterfangen. Doch genau dies versuchte das Freie Musical-Ensemble Münster am Freitagabend im Saal der Waldorfschule bei der unterhaltsamen Jubiläums-Gala.

Sonntag, 23.11.2014, 16:11 Uhr

Große Gefühle unter den Augen des Chores: Stephan Rinschen und Katharina Kleber sangen das Liebesduett aus dem Musical „Tanz der Vampire“.
Große Gefühle unter den Augen des Chores: Stephan Rinschen und Katharina Kleber sangen das Liebesduett aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Foto: ae

Mit dieser Aufführung betrat das Ensemble gleichsam Neuland, machte es aus der Not eine Tugend. Denn eine neue Produktion war in diesem Jahr aufgrund der Wasserschäden in der Waldorfschule schlicht nicht möglich. Doch rein konzertant wirken die bekannten Songs von „Anatevka“ bis „Dracula“ ganz anders, stellen sich andere Anforderungen an die musikalische Ausgestaltung. Keine schauspielerischen Mittel, kein das Auge verwöhnendes Bühnenbild, keine farbenprächtigen Kostüme: Einzig die Gesangskultur des Ensembles und der Solisten sowie deren Präsenz auf der Bühne entscheiden über den Erfolg des Abends.

Das bestens aufgelegte Orchester konnte unter dem versierten Dirigat von Ingo Budweg seine ganze Qualität einbringen. Der sehr differenzierte Orchesterklang gab jedem Song ein lebendiges Gewand. Bis ins kleinste Detail stimmig und reich an Klangfarben, bot das Orchester die Basis, auf der sich die Stimmen in all ihrer Strahlkraft entfalten konnten.

Der große Chor mit über 60 Sängerinnen und Sängern harmonierte bestens mit dem Orchester, reagierte direkt auf kleinste Anweisungen von Ingo Budweg. Feinste Stimmgruppentrennung, ein großes dynamisches Spektrum und klare Intonation zeichneten den Chor aus. Dieser brauchte bei solch exquisiter Gesangskultur den Vergleich mit professionellen Ensembles nicht zu scheuen.

Aber auch die Solisten überzeugten. Wenn Carsten Jaehner und Jonas Buchholz der Tradition aus dem Musical „Anatevka“ huldigten, Ricardo Santos die Glaubensfragen aus „Frankenstein“ stellte und Stephan Rinschen seiner unstillbaren Gier aus dem „Tanz der Vampire“ nachging, dann fühlte man sich bei solch intensiver Interpretation gleichsam in verschiedene Welten versetzt. Starke Gefühle in Musik gesetzt, dies erlebte das Publikum zudem bei Julia Hansen und Noemi Wicher.

Alle Solisten einzeln aufzuführen, würde bei solch einem Musical-Marathon den Rahmen sprengen. Denn alle rissen das Publikum im Konzertsaal mit – ob solistisch, im Duett oder im kleineren Ensembles.

Dass die Spannung nach vier Stunden (!) nicht nur beim Publikum nachließ, wundert nicht. Hier hatten es die Verantwortlichen einfach zu gut gemeint.

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