Howe Gelb begeisterte im Pumpenhaus auch mit „Moonriver“
Heißer Folk aus der Wüste

Münster -

„Moonriver“ als zweite Zugabe entließ die Zuhörer im bis zum letzten Winkel bestuhlten (und gefüllten) Pumpenhaus in die Nacht. Dabei war dieser Megahit die einzige Nummer, die nicht aus der Feder Howe Gelbs stammte . . .

Dienstag, 25.11.2014, 16:11 Uhr

Mit Stetson-Hut heizte der Erfinder des „Desert-Folk“ im rappelvollen Pumpenhaus den Zuhörern ein.
Mit Stetson-Hut heizte der Erfinder des „Desert-Folk“ im rappelvollen Pumpenhaus den Zuhörern ein. Foto: heh

Gelb , Meister der samtenen gesungenen Töne und der erquickenden Harmoniewechsel an Klavier und Gitarre, versah diesen älteren Standard mit einem ganz neuen Gewand – „ Moonriver “ als „Desert-Folk“ mit kräftigen Blueselementen. Schön!

Mehr als anderthalb Stunden Soloprogramm ohne Pause lieferte Gelb, der „Erfinder des Desert-Folk“, und begleitete sich dazu mit Westerngitarre, E-Gitarre oder Klavier. Die beiden mit frenetischem Beifall gefeierten Zugaben zauberte er anscheinend mit größter Leichtigkeit hinterher.

Howe Gelb ist Mitglied der Band „ Giant Sand “, doch sang er in Münster vor allem Songs aus seinem neuen Soloprogramm „Tucson“. Ein rot angestrahlter Vorhang aus glitzernden Metallfäden leuchtete hinter ihm und verlieh ihm ein bisschen Las- Vegas-Schick – immerhin auch eine Wüstenstadt.

Gelb startete, seinen Stetson-Hut flott auf die modisch geschnittene kragenlange graue Mähne gedrückt, mit Bluesakkorden am Klavier. „Getting to the ending“ hieß dieser erste Song. Manchmal stampfte er mit dem linken Fuß das Metrum. Ein hübscher, wenn auch nicht neuer akustischer Effekt, den er wohlweislich nur in dieser Nummer und auch hier nur sparsam einsetzte.

„It’s time now for an ending (Es ist Zeit, Schluss zu machen)“ waren übrigens die ersten Worte dieses Songs, und das Publikum, allesamt sichtlich eingeschworene Fans des amerikanischen Musikers, genoss diese etwas ungewöhnliche musikalische Begrüßung. Flottes Bluespicking oder Rhythmusspiel auf der Westerngitarre, leicht an Blue Grass erinnernde Riffs auf der kleinen E-Gitarre („Sie ist aus dem Jahr 1954“, schmunzelte Gelb) und immer wieder abrupte harmonische Wechsel und harte Übergänge zeichneten sein Instrumentalspiel aus.

Vokale Akrobatik gab es im Pumpenhaus nicht, auch legte er gern ein bisschen Hall auf die Stimme und peppte die Gitarren mit Soundeffekten auf. Viel Beifall und stehende Ovationen belohnten ihn am Ende für dieses bis zur letzten Minute hörenswerte Soloprogramm.

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