Musiker mit markanten Seiten
Balsam für die Seele: Ernie Rissmanns Gitarrengipfel mit Werner Lämmerhirt und Peter Finger

Münster -

Ein inspirierendes Konzert der intimeren Art mit drei herausragenden Musikern: Der münstersche Gitarrist Ernie Rissmann hatte am Mittwochabend mit Peter Finger und Werner Lämmerhirt zwei Kollegen zu einem Gitarrengipfel ins restlos ausverkaufte Theater im Pumpenhaus eingeladen. Peter Finger zählt auch international zu den besten Gitarristen. Werner Lämmerhirt wiederum ist nicht nur als Gitarrist seit den legendären Konzerten mit Hannes Wader wohl jedem ein Begriff. Er zeigte sich an diesem Abend in Münster in seinen Texten von einer lyrischen Seite.

Donnerstag, 04.12.2014, 17:12 Uhr

Ernie Rissmann lud zu diesem ungewöhnlichen Gitarrengipfel ins Theater im Pumpenhaus.
Ernie Rissmann lud zu diesem ungewöhnlichen Gitarrengipfel ins Theater im Pumpenhaus. Foto: Axel Engels

Die Liebhaber feinster, handgemachter Musik wurden verwöhnt, zumal sich alle drei Musiker von einer jeweils markanten Seite zeigten. Der Münsteraner Rissmann bewies sich bei Songs wie dem süffisant hintergründigen „Mr. Gorsky“ und dem sehr persönlichen „The Fleury“ als eher traditioneller Singer und Songwriter, als Grenzgänger zwischen Blues, Folk und Jazz. Aber auch als Interpret fremder Songs wie des bekannten „Nightferry“ wusste er zu überzeugen.

Peter Finger erzählte ganze Geschichten mit seinem virtuosen, differenzierten Gitarrenspiel. Die Zuhörer reisten mit ihm durch das „Niemandsland“ oder genossen die Sonne beim „Summer in France“. Sensibel und respektvoll wirkte sein „Requiem for a Best Friend“, bei dem er mit intimem Variationswerk einem langjährigen Weggefährten ein musikalisches Denkmal setzte.

Welch umfassende stilübergreifende Bildung er besitzt, offenbarte sich bei „Onkel Frederic“, bei dem er sich aus der eigenen Familiengeschichte heraus gar der Zitate aus den Walzern von Frederic Chopin bediente.

Werner Lämmerhirt ist seit 40 Jahren mit seinem Fingerpicking für eine ganz eigene Spielkultur bekannt, grenzt sich mit seinen poetischen und sehr persönlichen Texten ab vom Kreis der rein intellektuellen deutschen Liedermacher-Avantgarde.

„Wie der Hase so läuft“ zeigte seine kritische Distanz zum politischen Geschehen. Auch er schwelgte gerne in „Erinnerungen“, lud bei „Immer nach Süden“ das Publikum zum Träumen ein. Dabei wirkte seine brillante Spielkultur immer als Ergänzung der Aussage jenseits der reinen Worte. Er schuf mit seinem versierten Gitarrenspiel einen facettenreichen instrumentalen Grund, auf dem die Poesie noch stärker wirken konnte.

Das Publikum erlebte mit Peter Finger und Werner Lämmerhirt gleichsam eine Reise in die eigenen Vergangenheit, die wie Balsam für die Seele wirkte. Solch einen wohltuenden Abend erlebt man nur selten. Er wird sicherlich noch lange beim begeisterten Publikum in Erinnerung bleiben.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2922355?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F2575595%2F4848599%2F
Weltkriegsbombe gefunden - Evakuierung in Münsters Süden
 
Nachrichten-Ticker