Elf Compagnien beim Tanzfestival
Reisende Richtung Ballett

Münster -

Der Zug ist gerade abgefahren, das Gleis verlassen, da begegnen sich zwei Reisende. Dass sie zu spät gekommen sind, wird für beide zur Chance. „Das Gleis – ein Spiel des Lebens“ ist der Titel dieses ausdrucksstarken Liebes-Pas-de-deux, mit dem Tina Vasilaki und Fernando Moraga (Dimensions Dance Company) im Großen Haus begeisterten. Ihr modernes Ballett zählt zu den schönsten Momenten des 22. Münsteraner Tanzfestivals, das im ausverkauften Theater gefeiert wurde. Die Organisation lag in den bewährten Händen von Ingrid Heid; die Moderation übernahm Matthias Bongard, der das Programm mit vorweihnachtlichen Anekdoten auflockerte und auch mal als Nikolaus verkleidet auf der Bühne stand, um kuriose Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrpott zu zitieren.

Sonntag, 07.12.2014, 17:12 Uhr

Munter unterwegs: Nicht nur die Tanzgruppe der Lebenshilfe zeigte eine Choreografie rund ums Reisen.
Munter unterwegs: Nicht nur die Tanzgruppe der Lebenshilfe zeigte eine Choreografie rund ums Reisen. Foto: Oliver Berg

Elf Compagnien standen auf dem Programm, viele bekannte Gesichter waren dabei, einen sah man überraschend wieder: Marcelo Moraes , der bis zur vergangenen Spielzeit am Tanztheater Münster engagiert war, trat im Duo mit Bruno de Carvalho von Notik auf. In Regencapes zeigten sie eine spannende Mischung aus zeitgenössischem Tanz und akrobatischem Streetdance, ein abendfüllendes Stück soll im März folgen. Akrobatisch wurde es auch bei Robert Sabanovic von Battle Sonics. Bemerkenswert: Wie es ihm gelingt, auf einer Hand zu stehen und sich gleichzeitig das Shirt auszuziehen – Sex-Appeal muss sein!

Zwei Programmpunkte widmeten sich dem klassischen Tanz: Eleonore Sattlers Schülerinnen tanzten in selbstgenähten Tutus, teils auf Spitze, schönen Walzer. Für die Schulleiterin war es kurz vor dem Ruhestand der letzte Auftritt; sichtlich gerührt nahm sie den Applaus entgegen. Das russisch geprägte Ballett Pandoursky zeigte Variationen für Ensemble und Solisten mit guter Technik, darunter auch ein sprungstarker Tänzer.

Heidi Sieverts Tanzprojekte begeisterten durch zeitgenössischen Tanz zu versiertem Live-Gesang, und die Batfish Dance Company brachte ein emotionales Stück im Musical-Stil auf die Bühne, frei nach dem Film „Ghost – Nachricht von Sam“.

Ania Stolte präsentierte temperamentvollen Flamenco mit Schultertuch und Schrittwechsel, die Tanzgruppe der Lebenshilfe unter der Leitung von Doris Gillmann zeigte zu ihrem 25-jährigen Bestehen eine verspielte Choreografie rund ums Thema Reisen.

Zu den Publikumslieblingen gehörten die gelungene Mischung aus Streetdance, Jazz und Salsa der Compagnie Xtravaganz und „Kurt, gib net auf!“, ein witziger Stimmungsmacher von Inmotion, der zum Mitklatschen animierte, bevor der Abend mit Standing Ovations zu Ende ging.

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